Golf-Lexikon
Spin Rate (Backspin)
Kurz erklärt
Die Spin Rate gibt an, wie schnell sich der Golfball nach dem Schlag um seine Achse dreht, gemessen in Umdrehungen pro Minute. Der Rückwärtsdrall heißt Backspin. Er erzeugt Auftrieb und Bremswirkung. Beim Driver liegt der Tour-Durchschnitt laut TrackMan bei rund 2.545 Umdrehungen, beim 6er-Eisen bei rund 6.204.
Was ist die Spin Rate (Backspin) im Golf?
Die Spin Rate ist die Geschwindigkeit, mit der sich der Golfball nach dem Schlag um seine eigene Achse dreht. Sie wird in Umdrehungen pro Minute angegeben, kurz rpm für revolutions per minute, im Deutschen auch U/min. TrackMan misst sie unmittelbar nachdem der Ball die Schlagfläche verlassen hat. Die Spin Rate beeinflusst Höhe und Weite eines Schlags maßgeblich.
Im Alltag sagen viele Golfer Backspin dazu. Das ist der Rückwärtsdrall, der den Ball im Flug trägt und ihm Auftrieb gibt, ähnlich wie bei einem Tragflügel. Genau genommen ist die Spin Rate der gesamte Drall. Er setzt sich aus Backspin und dem Seitenspin zusammen, der den Ball zur Seite kurven lässt. Bei geraden Schlägen sind beide Werte fast gleich, weil kaum Seitenspin vorhanden ist.
Warum der Spin so wichtig ist
Spin hat zwei Aufgaben. Während des Flugs erzeugt der Rückwärtsdrall Auftrieb. Ohne Spin würde ein Ball nach dem Start schnell herunterfallen, mit zu viel Spin steigt er zu steil und verliert Weite. Nach der Landung bestimmt der Spin außerdem, wie stark der Ball bremst, wie weit er also noch rollt.
Beim Driver soll der Spin deshalb eher niedrig sein, damit der Ball weit fliegt und ausrollt. Bei Wedges und kurzen Eisen soll er hoch sein, damit der Ball auf dem Grün stoppt. Mit hohem Spin und steilem Landewinkel bremst ein Ball nach der Landung schnell, mit niedrigem Spin läuft er weiter. Die Seite zu Total-Distanz und Roll geht darauf ein.
Spin ist deshalb nie einfach gut oder schlecht. Er muss zum Schläger, zum Schlag und zum Ziel passen.
Typische Werte: Tour und Amateure
TrackMan veröffentlicht Durchschnittswerte, die Ihnen als Orientierung dienen können. Auf der PGA Tour liegt die Spin Rate beim Driver bei rund 2.545 Umdrehungen pro Minute und beim 6er-Eisen bei rund 6.204. Bei den Damen auf der LPGA Tour sind es rund 2.506 beim Driver und rund 5.904 beim 6er-Eisen.
Für männliche Amateure nennt TrackMan beim Driver diese Werte:
- Scratch-Spieler oder besser: rund 2.896
- Handicap 5: rund 2.987
- Handicap 10: rund 3.192
- Durchschnittsspieler (Handicap 14,5): rund 3.275
Bei Amateurinnen liegen die Werte beim Driver bei rund 2.831 (Scratch oder besser), rund 3.027 (Handicap 5) und rund 3.207 (Handicap 10). Als Optimum nennt TrackMan für ein Standardmodell mit 94 mph Schlägerkopfgeschwindigkeit, also rund 151 km/h, und einem Anstellwinkel von 0 Grad etwa 2.772 Umdrehungen. Beachten Sie, dass das ein Modellwert ist. Ihr eigener Idealwert hängt von Tempo, Anstellwinkel und Ihrer Flugbahn ab.
Was beeinflusst die Spin Rate?
Mehrere Faktoren bestimmen den Spin. Der wichtigste ist der Spin Loft, also der Winkel zwischen Bewegungsrichtung des Schlägerkopfs und Schlagfläche. Bei sonst gleichen Bedingungen ergibt ein höherer Spin Loft mehr Spin. Daher drehen Wedges mit viel Loft deutlich stärker als ein Driver.
Der zweite Faktor ist der Treffpunkt auf der Schlagfläche. Beim Driver erzeugt ein Treffer höher auf der Fläche in der Regel weniger Spin, ein Treffer tiefer mehr. Der dritte Faktor ist der Anstellwinkel. Wer den Driver aufwärts trifft, senkt den Spin, wer abwärts trifft, erhöht ihn. Dazu kommen die Schlägerkopfgeschwindigkeit und der Ball selbst. Je nach Bauart und Härte drehen Bälle unterschiedlich stark, und Übungsbälle verhalten sich häufig anders als Turnierbälle.
Auch die Lage spielt eine Rolle. Zwischen Ball und Schlagfläche geratenes Gras oder Nässe kann den Spin deutlich verringern. Dann fliegt der Ball oft weiter als erwartet und bremst auf dem Grün kaum.
Beispiel aus der Praxis: Driver mit zu viel Spin
Ein Spieler misst beim Driver eine Spin Rate von 3.600 Umdrehungen pro Minute. Der Tour-Durchschnitt liegt bei rund 2.545, der Durchschnitt männlicher Amateure bei rund 3.275. Der Spieler liegt also 325 Umdrehungen über dem Durchschnitt und weit über dem Tour-Wert. Sein Ball steigt hoch, kommt steil herunter und rollt kaum aus.
Der Pro schaut auf die Ursache. Der Anstellwinkel liegt bei minus 2 Grad, der Treffpunkt tief auf der Fläche. Beides erhöht den Spin. Der Spieler steckt den Ball höher auf, platziert ihn weiter vorn und übt, den Ball höher auf der Schlagfläche aufwärts zu treffen. Die Spin Rate fällt auf rund 3.000 Umdrehungen, die Flugbahn wird flacher, die Weite wächst.
Ein zweites Rechenbeispiel zeigt den Zusammenhang mit der Spin Axis: Bei 3.000 Umdrehungen Gesamtspin und einer Spin Axis von 12 Grad beträgt der Backspin nur noch rund 2.934 Umdrehungen, der Rest ist Seitenspin. Der Unterschied ist bei kleinen Winkeln gering.
Typische Fehler und Tipps
Der häufigste Fehler ist, Tour-Werte nachzuahmen. Profis haben deutlich mehr Tempo und können damit niedrigen Spin auch bei höherem Abflug halten. Wer langsamer schwingt, braucht eher mehr Spin, damit der Ball in der Luft bleibt. Ein zu niedriger Spin bei geringem Tempo lässt den Ball früh fallen.
Ein zweiter Fehler: nur auf den Spin zu schauen. Er ist ein Ergebnis aus mehreren Faktoren. Prüfen Sie gemeinsam mit dem Spin Loft, dem Anstellwinkel und dem Treffpunkt. Eine große Zahl an Schlägen sagt mehr aus als ein einzelner Wert.
Bei Wedges hilft ein sauberer Treffpunkt für mehr Spin. Halten Sie die Rillen sauber und treffen Sie den Ball vor dem Boden. Beim Driver helfen ein höheres Tee, ein weiter vorn liegender Ball und ein aufwärts gerichteter Treffer. Ein Fitting klärt, ob Loft, Schaft und Ball zu Ihrem Tempo passen.
Abgrenzung: Spin Rate, Backspin, Spin Axis und Spin Loft
Vier Begriffe gehören zusammen und werden dennoch leicht vermischt. Die Spin Rate ist der gesamte Drall des Balls in Umdrehungen pro Minute. Der Backspin ist der Anteil, der den Ball nach oben trägt. Die Spin Axis ist der Winkel der Drehachse, der festlegt, wie groß der Seitenspin im Vergleich zum Backspin ist. Der Spin Loft ist der Winkel am Schläger, der den Spin hauptsächlich erzeugt.
Anders gesagt: Spin Loft ist die Ursache, Spin Rate die Wirkung, Spin Axis die Richtung dieser Wirkung. Wer Spin versteht, versteht zugleich, warum ein Wedge steil landet und ein Driver weit rollt.
Auch der Abflugwinkel gehört in diese Familie. Er bestimmt gemeinsam mit der Spin Rate die Flugbahn. Die richtige Kombination aus Abflugwinkel und Spin liefert die größte Weite. Der Überblick zu den TrackMan-Werten zeigt, wie die Zahlen zusammenwirken.
Ausprobieren in der Golf Lounge
An der überdachten TrackMan Range im Golf Lounge Resort Hamburg sehen Sie nach jedem Schlag Messwerte wie Carry und Total, Abflugwinkel, Ballgeschwindigkeit und Höhe. Die Kursseiten nennen außerdem den Spin. Die Range hat 32 Abschlagplätze auf zwei Ebenen, an jeder Matte steht ein TrackMan-Monitor. Die TrackMan Range App bietet Echtzeit-Analyse auf dem Smartphone. Wer seine Spin Rate mit dem Driver oder dem Wedge gezielt beeinflussen möchte, kann die Daten in einer Einzelstunde mit einem PGA Pro besprechen.
Häufige Fragen
Was ist die Spin Rate beim Golf?
Die Spin Rate ist die Drehgeschwindigkeit des Balls nach dem Schlag, gemessen in Umdrehungen pro Minute. Sie beeinflusst Höhe, Weite und Stoppverhalten. Beim Driver liegt der Tour-Durchschnitt laut TrackMan bei rund 2.545, beim 6er-Eisen bei rund 6.204 Umdrehungen pro Minute.
Was ist Backspin beim Golf?
Backspin ist der Rückwärtsdrall des Balls. Er erzeugt im Flug Auftrieb und bremst den Ball nach der Landung. Viel Backspin lässt den Ball steil steigen und schnell stoppen, wenig Backspin sorgt für eine flachere Flugbahn und mehr Rollweite. Die Spin Rate umfasst Backspin und Seitenspin.
Wie viel Spin ist beim Driver gut?
Für ein TrackMan-Standardmodell mit 94 mph Schlägerkopfgeschwindigkeit und 0 Grad Anstellwinkel nennt TrackMan rund 2.772 Umdrehungen als Optimum. Männliche Durchschnittsamateure kommen auf rund 3.275. Der ideale Wert hängt von Ihrem Tempo, dem Anstellwinkel und dem gewünschten Abflug ab, daher lohnt eine Messung mit einem Launch Monitor.
Wie bekomme ich mehr Backspin mit dem Wedge?
Treffen Sie den Ball sauber vor dem Boden, halten Sie die Rillen frei von Schmutz und schwingen Sie mit genügend Tempo. Mehr Spin Loft erzeugt mehr Spin, ebenso ein sauberer Kontakt ohne Gras zwischen Ball und Schlagfläche. Nasses Gras kann den Spin dagegen deutlich verringern.
Wie senke ich den Spin beim Driver?
Stecken Sie den Ball höher auf, legen Sie ihn weiter vorn im Stand ab und treffen Sie ihn leicht aufwärts. Auch ein Treffer höher auf der Schlagfläche senkt den Spin. Prüfen Sie außerdem im Fitting, ob der Loft Ihres Drivers zu Ihrem Tempo passt.
Stand: Oktober 2026