Abflugwinkel (Launch Angle)

Golf-Lexikon

Abflugwinkel (Launch Angle)

Kurz erklärt

Der Abflugwinkel, englisch Launch Angle, ist der senkrechte Winkel, in dem der Ball direkt nach dem Treffmoment vom Boden aus startet. Er wird in Grad gegen die Waagerechte gemessen. Gemeinsam mit Ballgeschwindigkeit und Spin bestimmt er Flughöhe und Weite. Launch Monitore wie TrackMan zeigen ihn nach jedem Schlag an.

Abflugwinkel im Golf: Bedeutung einfach erklärt

Stellen Sie sich vor, Sie legen eine Wasserwaage auf den Boden. Der Abflugwinkel ist der Winkel, den die Startlinie des Balls zu dieser Waagerechten hat. Ein Ball, der flach startet, hat einen kleinen Winkel. Ein Ball, der steil nach oben startet, hat einen großen Winkel.

Der Wert gehört zu den wichtigsten Zahlen im Golf. Er bestimmt zusammen mit der Ballgeschwindigkeit, wie hoch der Ball steigt und wie weit er fliegt. Ist der Winkel zu klein, bleibt der Ball flach und landet früh. Ist er zu groß, steigt der Ball hoch auf, verliert Tempo und kommt kurz hinter dem Zielpunkt herunter.

Im Deutschen hört man neben „Abflugwinkel“ auch „Startwinkel“. Im Gespräch mit Trainern und auf Launch Monitoren steht fast immer der englische Begriff „Launch Angle“. Gemeint ist in allen Fällen dasselbe: der senkrechte Startwinkel des Balls.

Launch Angle: Wie der Wert gemessen wird

TrackMan definiert den Launch Angle als senkrechten Winkel der Ballbewegung gegenüber der Horizontalen unmittelbar nach dem Verlassen der Schlagfläche. Gemessen wird der Weg des Ballmittelpunkts. Das Gerät arbeitet mit Radar und erfasst den Ball in den ersten Metern seines Flugs.

Der Wert steht in engem Zusammenhang mit dem Dynamic Loft. Das ist der Loft, den die Schlagfläche im Treffmoment tatsächlich hat, und er unterscheidet sich oft vom Loft, der auf dem Schläger steht. Nach TrackMan liegt der Abflugwinkel immer etwas unter dem Dynamic Loft, hat aber einen ähnlichen Wert. Wer also einen zu niedrigen Abflugwinkel sieht, hat meist im Treffmoment zu wenig Loft an der Schlagfläche.

Vom Abflugwinkel zu trennen ist die Startrichtung nach links oder rechts. Sie heißt Launch Direction und hängt überwiegend von der Stellung der Schlagfläche ab. Der Abflugwinkel beschreibt nur die Höhe, nicht die Richtung.

Abflugwinkel und Spin: Warum beide zusammengehören

Der Abflugwinkel wirkt nie allein. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit der Spin Rate, also der Rückwärtsdrehung des Balls in Umdrehungen pro Minute. Der Spin erzeugt Auftrieb. Je nach Kombination von Winkel und Spin entsteht eine flache, eine ideale oder eine zu hohe Flugbahn.

TrackMan betont, dass jeder Golfer im Fitting auf ein passendes Verhältnis von Abflugwinkel und Spin Rate eingestellt werden sollte, abgestimmt auf Schläger- und Ballgeschwindigkeit. Ein hoher Abflugwinkel mit sehr viel Spin lässt den Ball „ballonieren“. Er steigt steil, verliert Vorwärtsbewegung und fällt früh. Ein niedriger Abflugwinkel mit wenig Spin ergibt dagegen eine flache Flugbahn mit langem Auslaufen, die auf weichem Boden schnell an Weite verliert.

Deshalb lohnt es sich, beide Werte gemeinsam zu betrachten. Der Spin Loft, also der Unterschied zwischen Dynamic Loft und Anstellwinkel, erklärt, wie viel Spin überhaupt entsteht. Beide Begriffe erklärt dieses Lexikon in eigenen Einträgen.

Typische Werte: Tour, Amateure und Richtwerte je Schläger

TrackMan veröffentlicht Durchschnittswerte, an denen Sie sich orientieren können. Beim Driver liegt der Abflugwinkel auf der PGA Tour im Schnitt bei etwa 10,4 Grad, auf der LPGA Tour bei etwa 12,6 Grad. Der durchschnittliche männliche Amateur mit Handicap 14,5 erreicht rund 12,6 Grad. Amateure mit Handicap 5 liegen bei etwa 11,2 Grad, mit Handicap 10 bei etwa 11,9 Grad.

Bei den Eisen steigt der Wert mit dem Loft. Als Zielwerte aus dem TrackMan Optimizer nennt TrackMan für einen Spieler mit 94 mph Schlägerkopfgeschwindigkeit beim Driver 13,6 Grad. Für ein Eisen 6 mit 80 mph sind es 16,9 Grad, für ein Pitching Wedge mit 72 mph 26,7 Grad. Diese Zahlen gelten für einen Anstellwinkel von null Grad beim Driver und sind Orientierungswerte, keine festen Vorgaben.

Gute Werte hängen immer von Ballgeschwindigkeit und Spin ab. Ein schneller Spieler braucht für denselben Schläger einen niedrigeren Abflugwinkel als ein langsamer.

Beispiel aus der Praxis: Driver mit zu niedrigem Abflugwinkel

Ein Spieler schlägt den Driver mit 94 mph Schlägerkopfgeschwindigkeit. Das entspricht etwa 151 km/h. Der Monitor zeigt einen Abflugwinkel von 8,5 Grad. Nach dem Richtwert aus dem Optimizer wären bei diesem Tempo und einem Anstellwinkel von null Grad rund 13,6 Grad passend. Der Ball startet also etwa fünf Grad zu flach.

Die Folge: Der Ball bleibt niedrig, der Spin reicht nicht für genug Auftrieb, und die Flugkurve endet früher als nötig. Der Spieler verschenkt Carry, also die Strecke bis zum ersten Bodenkontakt.

Welche Schritte helfen? Ein Trainer prüft zuerst den Treffpunkt, die Ballposition und die Tee-Höhe. Dann kann ein Driver mit mehr Loft, etwa 10,5 statt 9 Grad, sinnvoll sein. Oder der Spieler lernt, den Ball mit leicht aufsteigendem Schläger zu treffen. Wichtig ist, nur eine Stellschraube zu ändern und danach zehn Schläge zu messen. Einzelne Schläge sagen wenig, der Durchschnitt zeigt den Trend.

Was den Abflugwinkel bestimmt und wie Sie ihn verändern

Vier Dinge beeinflussen den Abflugwinkel besonders stark.

Ändern Sie nie gleichzeitig mehrere dieser Faktoren. Auch ein Schlägerfitting kann sinnvoll sein, wenn Loft und Schaft nicht zu Ihrem Tempo passen.

Abgrenzung: Abflugwinkel, Anstellwinkel, Landewinkel und Apex

Rund um den Abflugwinkel tauchen mehrere ähnlich klingende Werte auf.

Ein hoher Abflugwinkel führt nicht automatisch zu einem hohen Apex. Hat der Ball wenig Geschwindigkeit, steigt er trotz großem Winkel nur kurz. Umgekehrt kann ein flacher Start bei sehr hohem Tempo trotzdem eine ansehnliche Höhe erreichen. Erst alle Werte zusammen ergeben das vollständige Bild des Schlags.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Im Golf Lounge Resort Hamburg erfasst TrackMan den Ball an der Range und in den Indoor-Simulator-Boxen. An der Range sehen Sie unter anderem Carry, Total, Abflugwinkel, Ballgeschwindigkeit und Flughöhe, im Simulator Werte wie Launch-Winkel, Ballgeschwindigkeit, Spin, Carry und Streuung. So erkennen Sie, ob Ihr Driver zu flach oder zu steil startet, und können Änderungen direkt prüfen. Die Simulatoren sind ganzjährig und wetterunabhängig nutzbar. Wer die Zahlen gemeinsam mit einem PGA Pro auswerten möchte, bucht eine Einzelstunde mit TrackMan-Daten.

TrackMan kennenlernen

Häufige Fragen

Was ist der Abflugwinkel beim Golf?

Der Abflugwinkel ist der senkrechte Winkel, mit dem der Ball direkt nach dem Treffmoment startet, gemessen in Grad gegen die Waagerechte. Er bestimmt gemeinsam mit Ballgeschwindigkeit und Spin die Flughöhe und die Weite eines Schlags. Englisch heißt er Launch Angle, und Launch Monitore wie TrackMan zeigen ihn nach jedem Schlag an.

Welcher Launch Angle ist beim Driver gut?

Auf der PGA Tour liegt der Durchschnitt beim Driver bei etwa 10,4 Grad, der durchschnittliche Amateur mit Handicap 14,5 erreicht rund 12,6 Grad. Für einen Spieler mit 94 mph Schlägerkopfgeschwindigkeit nennt TrackMan als Zielwert 13,6 Grad. Der passende Wert hängt immer von Tempo, Spin und Anstellwinkel ab.

Wie hängen Abflugwinkel und Loft zusammen?

Der Abflugwinkel ähnelt dem Dynamic Loft, also dem Loft der Schlagfläche im Treffmoment, liegt aber immer etwas darunter. Mehr Loft führt meist zu einem höheren Abflugwinkel. Weil der Dynamic Loft vom Loft des Schlägers abweichen kann, zeigt der Launch Angle, was im Treffmoment wirklich passiert ist.

Wie kann ich meinen Abflugwinkel erhöhen?

Mehr Loft am Schläger, ein höheres Tee, eine Ballposition weiter vorn und ein leicht aufsteigender Treffer erhöhen den Abflugwinkel beim Driver. Ändern Sie immer nur eine Sache und werten Sie den Durchschnitt von zehn Schlägen aus. Ein PGA Professional kann mit TrackMan-Daten zeigen, welcher Hebel bei Ihnen am meisten bringt.

Was ist der Unterschied zwischen Abflugwinkel und Anstellwinkel?

Der Abflugwinkel beschreibt, wie der Ball nach dem Treffen startet. Der Anstellwinkel beschreibt, wie sich der Schlägerkopf im Treffmoment auf- oder abwärts bewegt. Beide hängen zusammen, denn ein aufsteigender Treffer erhöht den Abflugwinkel. Der Anstellwinkel gehört zu den Schlägerdaten, der Abflugwinkel zu den Balldaten.

Stand: Oktober 2026

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