Getoppt (Top)

Golf-Lexikon

Getoppt (Top)

Kurz erklärt

Ein getoppter Schlag, kurz Top, entsteht, wenn der Schläger den Ball oberhalb seiner Mitte trifft. Der Ball rollt oder hüpft dann flach über den Boden, statt zu fliegen, und verliert viel Weite. Eng verwandt ist der dünne Schlag, englisch Thin, bei dem die Schlägerkante den Ball etwas tiefer trifft.

Was bedeutet getoppt beim Golf?

Stellen Sie sich den Golfball als Kugel mit einem Äquator vor, einer gedachten Linie rund um die Mitte. Trifft der Schläger genau die Rückseite unterhalb dieser Linie, hebt der Ball ab. Trifft er den Ball oberhalb des Äquators, drückt die Kante den Ball nach unten in den Boden. Der Ball läuft dann als Bodenroller über das Gras oder macht kleine Sprünge. Genau das nennen Golfer „getoppt“ oder einen „Top“.

Das Wort kommt vom englischen „to top“, also „oben treffen“. Im Deutschen ist es ein fester Begriff geworden. Auf der Runde hört man auch das Wort „Topball“. Ein getoppter Schlag ist ein Fehlschlag und kein Regelverstoß. Er zählt trotzdem: Sobald der Schläger in der Absicht, den Ball zu treffen, nach vorn schwingt, ist ein Schlag gemacht, auch wenn der Ball nur einen Meter weit rollt.

Getoppt, dünn oder fett: Die drei Fehltreffer im Vergleich

Drei Begriffe werden von Einsteigern oft verwechselt. Sie beschreiben, wo der Schläger den Ball oder den Boden trifft:

Bei Top und Thin trifft die Schlägerkante den Ball statt der Schlagfläche. Der Unterschied liegt in der Höhe des Treffpunkts. Beide Fehler haben oft dieselben Ursachen, deshalb behandeln Trainer sie meist gemeinsam. Der fette Schlag gehört zu den Fehlern, bei denen der tiefste Punkt des Schwungs zu früh liegt.

Warum entsteht ein getoppter Schlag? Die häufigsten Ursachen

Ein Top hat fast immer mit dem tiefsten Punkt des Schwungs zu tun. Bei Eisen soll der Schläger zuerst den Ball treffen und erst danach, in Zielrichtung knapp hinter der Ballposition, den Boden berühren. Liegt der tiefste Punkt dagegen hinter dem Ball, schwingt der Schläger schon wieder nach oben und trifft den Ball am oberen Rand. Typische Auslöser sind:

Häufig kommt Nervosität dazu. Der Spieler will den Ball unbedingt in die Luft bringen und „hebt“ ihn, statt den Schwung durchlaufen zu lassen.

Beispiel aus der Praxis: Getoppter Abschlag auf einem Par 4

Ein Par-4-Loch ist 320 Meter lang. Beim Abschlag mit dem Driver sehen Sie schon beim Treffmoment, dass etwas nicht stimmt. Der Ball hüpft über das Gras und bleibt nach 60 Metern liegen. Bis zur Fahne sind es noch 260 Meter.

Sie haben einen Schlag verbraucht, aber kaum Raum gewonnen. Mit dem zweiten Schlag, etwa einem Fairwayholz, erreichen Sie vielleicht 150 Meter. Für das Grün fehlen noch 110 Meter, also ein dritter Schlag mit dem Eisen. Mit zwei Putts steht am Ende eine 5 auf der Karte: ein Schlag über Par, ein Bogey. Landet der dritte Schlag neben dem Grün, wird schnell ein Doppelbogey daraus.

Ein anderes Beispiel: An einem Par-3-Loch mit 100 Metern spielen Sie ein Wedge. Der Schlag ist dünn, der Ball schießt flach über das Grün und rollt in den Bunker dahinter. Hier fehlt vor allem die Höhe. Beide Beispiele zeigen: Ein Top kostet vor allem Weite, ein Thin kostet Kontrolle.

Wie Sie getoppte Schläge vermeiden: Übungen

Gute Nachricht: Getoppte Schläge lassen sich meist mit wenigen Änderungen beheben. Diese Übungen helfen:

Typische Irrtümer und Tipps für die Runde

Viele Spieler glauben, sie müssten den Ball anheben, damit er fliegt. Das Gegenteil ist richtig: Der Loft des Schlägers hebt den Ball, wenn Sie den Schläger nach unten durch den Ball schwingen lassen. Wer hebt, toppt.

Schwierige Tage kommen bei jedem Spieler vor. Wenn Sie auf der Runde mehrere Tops hintereinander spielen, helfen diese Maßnahmen:

Auch das Einspielen vor der Runde hilft: Zehn Schläge mit einem kurzen Eisen bringen Gefühl für den Treffpunkt. Wer unsicher ist, ob die Ursache im Aufrichten oder im Gewicht liegt, lässt sich am besten filmen.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Hinweise darauf, wie der Schläger den Ball trifft, liefert eine Schwunganalyse mit TrackMan. Zu den Messwerten an der Range gehören unter anderem Abflugwinkel, Ballgeschwindigkeit, Höhe und Carry. Ein sehr flacher Abflugwinkel kann zum Beispiel auf einen zu hohen Treffpunkt hindeuten. In der Einzelstunde von 60 Minuten mit einem PGA Pro und ergänzender V1 Pro Videoanalyse finden Sie die Ursache. Termine gibt es täglich nach Vereinbarung, gebucht wird online.

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Häufige Fragen

Was bedeutet getoppt beim Golf?

Getoppt bedeutet, dass der Schläger den Ball oberhalb seiner Mitte trifft. Der Ball hebt kaum ab, er rollt oder hüpft flach über den Boden und bleibt nach kurzer Strecke liegen. Der Schlag zählt trotzdem als Schlag. Ursachen sind meist ein aufgerichteter Oberkörper, ein zu früh gehobener Kopf oder Gewicht auf dem hinteren Fuß.

Was ist der Unterschied zwischen getoppt und thin?

Beim getoppten Schlag trifft die Kante den Ball oberhalb der Mitte, und der Ball rollt am Boden. Beim dünnen Schlag, englisch Thin, trifft die Kante den Ball unterhalb der Mitte. Er fliegt dann sehr flach und schnell und läuft weit aus. Die Ursachen sind meist ähnlich, die Folgen für den Score unterschiedlich.

Warum toppe ich den Ball immer wieder?

Meist liegt der tiefste Punkt Ihres Schwungs hinter dem Ball, zum Beispiel weil Sie sich im Schwung aufrichten, den Kopf heben oder das Gewicht hinten lassen. Auch Nervosität spielt eine Rolle. Halten Sie Ihre Haltung bis nach dem Treffmoment, schwingen Sie auf den vorderen Fuß zu und lassen Sie den Schläger durch den Ball laufen.

Zählt ein getoppter Schlag als Schlag?

Ja. Ein Schlag ist die Vorwärtsbewegung des Schlägers mit der Absicht, den Ball zu treffen. Das gilt auch dann, wenn der Ball nur einen kurzen Weg rollt. Sie zählen den Schlag auf der Scorekarte mit. Wird der Ball gar nicht getroffen, ist es ein Luftschlag, der ebenfalls zählt.

Mit welchem Schläger toppt man am häufigsten?

Bei Einsteigern treten Tops oft mit Driver und Fairwayholz auf, weil diese Schläger lang sind und wenig Loft haben. Das Treffen wird dadurch anspruchsvoller. Ein Hybrid oder ein Eisen mit mehr Loft verzeiht kleine Fehler eher und hilft dabei, wieder Vertrauen in den Schwung zu gewinnen.

Stand: Oktober 2026

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