Gewichtsverlagerung

Golf-Lexikon

Gewichtsverlagerung

Kurz erklärt

Gewichtsverlagerung bedeutet im Golfschwung, dass der Druck im Rückschwung auf den hinteren Fuß wandert und im Abschwung zum vorderen Fuß wechselt. Im Finish steht fast das gesamte Gewicht vorn. Eine saubere Verlagerung sorgt für einen stabilen Treffpunkt, mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit und einen ausbalancierten Abschluss.

Was ist Gewichtsverlagerung beim Golf?

Der Golfschwung ist eine Drehbewegung. Dabei verändert sich ständig, wie stark Sie auf dem linken und dem rechten Fuß stehen. Diese Veränderung nennen Golfer Gewichtsverlagerung. Für Rechtshänder gilt: Im Rückschwung wandert der Druck in Richtung rechter Fuß, im Abschwung wechselt er auf den linken Fuß, und im Finish steht nahezu das gesamte Gewicht links. Linkshänder spiegeln den Ablauf.

Das Wort „Verlagerung“ klingt nach Schieben. Trainer meinen damit heute eher eine Druckverlagerung, die aus der Drehung entsteht. Der Körper dreht sich um eine gedachte Achse, die Wirbelsäule bleibt relativ stabil, und die Hüfte bewegt sich dabei nur leicht seitlich. Wer zu stark zur Seite schiebt, verliert die Achse. Die Gewichtsverlagerung ist deshalb ein Zusammenspiel aus Drehen und Druckwechsel, nicht ein bewusstes Hin-und-her-Schieben.

Der Ablauf Schritt für Schritt: vom Ansprechen bis zum Finish

Betrachten Sie die Gewichtsverlagerung in fünf Schritten:

Die Abfolge ist wichtig. Der Druckwechsel beginnt in den Beinen und der Hüfte, bevor die Arme den Schläger zum Ball führen. Diese Reihenfolge nennen Trainer die Schwungkette. Sie erzeugt Tempo ohne zusätzliche Anstrengung.

Beispiel aus der Praxis: Eisen 7 auf 140 Meter

Sie spielen ein Eisen 7 auf ein Par-3-Loch mit 140 Metern. Beim Ansprechen stehen Sie ruhig auf beiden Füßen. Im Rückschwung spüren Sie, wie der Druck auf die Innenseite des rechten Fußes wandert. Ihre Schultern drehen sich, die Hüfte dreht mit, bleibt aber nahe an ihrer Ausgangsposition.

Im Abschwung drehen Sie die Hüfte zum Ziel. Der Druck wechselt nach links, und erst danach fallen die Arme mit dem Schläger nach. Der Schläger trifft den Ball und danach den Rasen ein Stück vor dem Ball. Sie schwingen ins Finish und stehen fast ganz auf dem linken Fuß.

Der Ball fliegt in einem sauberen Bogen aufs Grün. Bei einem zweiten Schlag verpassen Sie den Wechsel: Das Gewicht bleibt hinten, der Schläger trifft den Boden zu früh, und der Ball bleibt 20 Meter zu kurz. Der Unterschied ist nur der Druckwechsel.

Typische Fehler: Sway, Reverse Pivot und Hängenbleiben

Diese Fehler treten bei der Gewichtsverlagerung am häufigsten auf:

Wenn Sie die Fehler kennen, erkennen Sie sie meist schon am Finish. Ein wackelnder Stand oder Zurückfallen sind deutliche Hinweise.

Gewichtsverlagerung bei verschiedenen Schlägen

Nicht bei jedem Schlag ist der Gewichtswechsel gleich groß.

Je kürzer der Schlag, desto weniger Gewichtsverlagerung brauchen Sie. Das Prinzip bleibt aber gleich: Der Druck wechselt zum Ziel hin.

Abgrenzung: Gewichtsverlagerung, Hüftrotation und Schwungtempo

Die drei Begriffe hängen eng zusammen, meinen aber Verschiedenes. Die Gewichtsverlagerung beschreibt, wo der Druck auf den Füßen liegt. Die Hüftrotation beschreibt, wie weit und wie schnell sich das Becken dreht. Das Schwungtempo schließlich meint den Rhythmus der gesamten Bewegung.

In der Praxis laufen alle drei gleichzeitig ab. Wer die Hüfte im Abschwung zum Ziel dreht, verlagert automatisch den Druck nach vorn. Deshalb reicht es für viele Spieler aus, an der Drehung zu arbeiten, statt aktiv Gewicht zu schieben. Ein häufiger Rat lautet: Denken Sie nicht „Gewicht nach links“, sondern „Hüfte zum Ziel drehen“. Der Rest ergibt sich dann oft von selbst. Wer dagegen sehr bewusst schiebt, rutscht leicht in den Überschieben-Fehler und verliert Kontrolle über den Treffpunkt.

Übungen: So verbessern Sie Ihre Gewichtsverlagerung

Diese Übungen helfen, den Druckwechsel zu spüren:

Üben Sie zunächst ohne Ball, danach mit kurzen Schlägen, und steigern Sie das Tempo langsam.

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Ob Ihr Gewicht im Schwung wirklich nach vorn wandert, sehen Sie am besten auf einem Video. In der Golf Lounge Resort Hamburg buchen Sie dafür eine Einzelstunde von 60 Minuten mit einem PGA Pro. Zur Technik im Training gehören TrackMan III und die V1 Pro Videoanalyse. Eine Schwunganalyse mit TrackMan-Daten zeigt zusätzlich, wie sich eine Veränderung im Ablauf auf den Ballflug auswirkt. Termine gibt es täglich nach Vereinbarung, gebucht wird online.

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Häufige Fragen

Was ist die richtige Gewichtsverlagerung beim Golf?

Im Rückschwung wandert der Druck zum hinteren Fuß, im Abschwung wechselt er zum vorderen Fuß, und im Finish steht fast das gesamte Gewicht vorn. Die Verlagerung entsteht aus der Drehung des Körpers und ist kein bewusstes Schieben. Der Druckwechsel beginnt in Beinen und Hüfte, bevor die Arme den Schläger zum Ball führen.

Wie viel Gewicht sollte beim Treffmoment vorn sein?

Beim Treffmoment sollte deutlich mehr als die Hälfte des Gewichts auf dem vorderen Fuß liegen, bei Eisen und Wedges etwas mehr als beim Driver. Genaue Prozentzahlen sind nicht entscheidend, weil sie je nach Schläger und Spieler schwanken. Ein stabiles Finish auf dem vorderen Fuß zeigt, dass der Wechsel gelungen ist.

Was ist ein Sway im Golfschwung?

Ein Sway ist ein seitliches Wegschieben der Hüfte im Rückschwung, weg vom Ziel. Der Körper verliert dadurch seine Drehachse. Der Treffpunkt wird unsicher, und der Spieler muss im Abschwung viel kompensieren. Besser ist es, im Rückschwung zu drehen und die Hüfte nahe an der Ausgangsposition zu halten.

Was ist ein Reverse Pivot?

Beim Reverse Pivot wandert das Gewicht im Rückschwung nach vorn und im Abschwung nach hinten, also verkehrt herum. Typische Folgen sind fette und dünne Schläge, hohe, kurze Bälle und ein Finish, bei dem der Spieler nach hinten fällt. Ein Trainer erkennt den Fehler meist schnell auf einem Video.

Gilt die Gewichtsverlagerung auch beim Putten?

Beim Putten gibt es praktisch keine Gewichtsverlagerung. Der Körper steht ruhig und der Putter pendelt aus der Schulter. Auch beim Chip und Pitch bleibt das Gewicht von Anfang an überwiegend vorn. Je kürzer der Schlag, desto weniger Verlagerung ist nötig.

Stand: Oktober 2026

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