Golf-Lexikon
Early Extension
Kurz erklärt
Early Extension ist ein Schwungfehler, bei dem sich die Hüfte im Abschwung zum Ball hin schiebt und der Oberkörper sich aufrichtet. Die Körperhaltung vom Ansprechen geht verloren. Dadurch fehlt Platz für die Arme, und der Treffmoment wird unsicher. Typische Folgen sind Blocks nach rechts, Hooks nach links und dünne Treffer.
Early Extension im Golf: Was ist das?
Beim Ansprechen stehen Sie leicht nach vorn gebeugt. Der Rücken ist gerade, das Gesäß zeigt nach hinten, die Knie sind etwas gebeugt. Diese Haltung nennt man Ansprechposition. Sie sollte im ganzen Schwung bis kurz nach dem Treffmoment erhalten bleiben.
Bei der Early Extension, auf Deutsch ungefähr „frühes Strecken“, geht diese Haltung im Abschwung verloren. Die Hüfte schiebt sich in Richtung Ball, das Gesäß verlässt seinen Platz, und der Oberkörper richtet sich auf. Der Abstand zwischen Körper und Ball wird kleiner, obwohl er gleich bleiben müsste.
Golfer erkennen den Fehler an einem typischen Gefühl: Die Arme haben keinen Platz, der Schläger klemmt, und der Ball wird mit den Händen nachgesteuert. Auf dem Video von hinten sieht man, dass der Kopf höher steht als beim Ansprechen und sich das Gesäß von seiner Ausgangslinie zum Ball hin löst. Early Extension gilt unter Trainern als einer der häufigsten Schwungfehler bei Amateuren.
Ursachen: Warum richtet sich der Körper auf?
Es gibt körperliche und technische Gründe für die Early Extension.
- Eingeschränkte Beweglichkeit: Wer die Hüfte nicht gut drehen kann, schiebt sie nach vorn. Verkürzte Hüftbeuger und schwache Gesäßmuskeln begünstigen das.
- Zu wenig Hüftdrehung im Rückschwung: Ohne ausreichende Drehung fehlt im Abschwung der Platz, und der Körper weicht aus.
- Ein Stand zu nah am Ball: Dann haben die Arme kaum Raum, und die Hüfte macht Platz, indem sie nach vorn geht.
- Der Wunsch, den Ball hochzuheben: Wer den Ball anheben will, richtet den Oberkörper auf.
- Ein Abschwung von außen: Wenn der Schläger von außen kommt, versucht der Körper, die Bahn mit einem Ausweichschritt zu retten.
Die Ursachen verstärken sich oft gegenseitig. Deshalb ist es sinnvoll, die Beweglichkeit und die Technik gemeinsam zu prüfen. Ein Trainer kann mit einfachen Tests zeigen, ob die Hüfte, der Rücken oder die Schultern limitieren.
Folgen im Ballflug: Was passiert mit dem Schlag?
Weil die Arme im Treffmoment keinen Platz haben, gleicht der Körper den Fehler auf verschiedene Weise aus.
- Blockschlag nach rechts: Die Hände bleiben hinter dem Körper, die Schlagfläche bleibt offen. Der Ball startet rechts und kurvt oft weiter nach rechts.
- Hook nach links: Manche Spieler schnappen die Hände im letzten Moment zu. Der Ball startet links und fliegt noch weiter nach links.
- Dünne Treffer: Wenn der Oberkörper sich aufrichtet, steigt der Schläger an. Der Ball wird in der Mitte oder oben getroffen und rollt über den Boden.
- Fette Treffer: Fällt der Körper danach wieder ab, trifft der Schläger zu früh den Boden.
- Treffer an der Ferse: Rückt die Hüfte zum Ball, wandert auch der Schläger weiter nach außen. Im Extremfall entsteht ein Shank.
Die Länge leidet doppelt. Zum einen bleibt Energie im Körper stecken, zum anderen fehlt die Kontrolle über die Schlagfläche. Besonders deutlich zeigt sich der Fehler beim Driver und bei langen Eisen.
Beispiel aus der Praxis: Eisen 6 auf einer Par-4-Bahn
Stellen Sie sich einen Spieler vor, der auf einer Par-4-Bahn 150 Meter bis zur Fahne hat. Er nimmt ein Eisen 6, das er normalerweise 150 Meter weit schlägt. Beim Ansprechen steht er gut. Im Abschwung schiebt er die Hüfte zum Ball, richtet den Oberkörper auf, und der Schlägerkopf steigt schon vor dem Ball wieder an. Die Vorderkante trifft den Ball oberhalb der Mitte, der Ball fliegt flach und kommt nur 60 Meter weit.
Mit einer Korrektur ändert sich das Bild. Der Spieler übt, im Abschwung das Gesäß an seiner Position zu halten und die Hüfte nach links zu drehen, nicht nach vorn zu schieben. Der Schläger bekommt Platz. Er trifft den Ball sauber, der Ball fliegt 150 Meter und landet auf dem Grün. Statt eines schwierigen Chips folgt ein Putt.
Auf dem Video sieht der Trainer den Unterschied sofort: Der Kopf bleibt auf gleicher Höhe, und die Hüfte dreht um ihren Platz, statt nach vorn zu gleiten. Die Zahlen im Beispiel sind eine Rechnung und keine Messung.
Übungen gegen Early Extension
Die folgenden Übungen sind einfach und lassen sich zu Hause oder auf der Range machen.
- Wand-Übung: Stellen Sie sich in Ansprechposition so hin, dass das Gesäß eine Wand oder eine Stuhllehne leicht berührt. Schwingen Sie in Zeitlupe. Im Rückschwung bleibt die rechte Gesäßhälfte an der Wand, im Abschwung wandert der Kontakt zur linken Gesäßhälfte (bei Rechtshändern).
- Stab vor den Hüften: Halten Sie einen Alignment Stick quer vor die Hüftknochen und drehen Sie wie im Schwung. Der Stab soll sich drehen, aber nicht zum Ball hin wandern.
- Hüftdrehung statt Hüftschub: Spüren Sie im Abschwung, wie die linke Hüfte nach hinten und links weicht, während die rechte nach vorn dreht (bei Rechtshändern).
- Pump-Drill: Bewegen Sie sich bis zur Hälfte des Abschwungs, halten Sie an und prüfen Sie Ihre Haltung. Wiederholen Sie das drei Mal, dann schlagen Sie den Ball.
- Beweglichkeit: Dehnen Sie die Hüftbeuger und kräftigen Sie das Gesäß, zum Beispiel mit Brücken. Bei Beschwerden fragen Sie einen Arzt oder Physiotherapeuten.
Üben Sie kurz und regelmäßig. Zehn Minuten täglich bringen mehr als eine Stunde pro Monat.
Abgrenzung: Early Extension, Sway, Reverse Pivot und Chicken Wing
Early Extension steht oft neben anderen Fehlern, die sich ähnlich anfühlen.
- Early Extension: Die Hüfte schiebt im Abschwung zum Ball, der Oberkörper richtet sich auf.
- Sway: Der Körper gleitet im Rückschwung seitlich weg vom Ziel. Der Fehler passiert vor dem Abschwung.
- Reverse Pivot: Das Gewicht liegt im Rückschwung vorn und im Abschwung hinten, also umgekehrt zur richtigen Bewegung.
- Chicken Wing: Der Führungsarm klappt nach dem Treffmoment ein. Er ist oft eine Folge der Early Extension, weil der Arm keinen Platz hat.
Für die Verbesserung hilft diese Reihenfolge: Erst die Haltung beim Ansprechen prüfen, dann den Rückschwung, dann den Abschwung. Wer an mehreren Stellen gleichzeitig arbeitet, verliert schnell den Überblick. Ein Trainer wählt den wichtigsten Punkt und setzt ihn zuerst.
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Häufige Fragen
Was ist Early Extension im Golf?
Early Extension ist ein Schwungfehler, bei dem die Hüfte im Abschwung zum Ball hin geschoben wird und der Oberkörper sich aufrichtet. Die Haltung vom Ansprechen geht verloren, und den Armen fehlt der Platz. Folgen sind Slice, Hook, dünne oder fette Schläge und Längenverlust.
Wie behebt man Early Extension?
Üben Sie mit der Wand-Übung: Das Gesäß soll im ganzen Schwung Kontakt zur Wand oder Stuhllehne halten, im Abschwung vor allem mit der linken Gesäßhälfte (bei Rechtshändern). Drehen Sie die Hüfte, statt sie nach vorn zu schieben. Dehnen Sie die Hüftbeuger und kräftigen Sie das Gesäß. Ein Trainer kann auf Video die Ursache zeigen.
Woran erkenne ich Early Extension bei mir selbst?
Typische Zeichen sind ein Gefühl von Platzmangel für die Arme, Schläge auf die Oberkante des Balls und Blöcke nach rechts. Auf dem Video sehen Sie, dass Kopf und Oberkörper im Abschwung höher stehen als beim Ansprechen und das Gesäß von seiner Linie weggeht.
Verursacht Early Extension einen Slice?
Sie kann einen Slice oder Blockschlag begünstigen, weil den Händen im Treffmoment der Platz fehlt und die Schlagfläche offen bleibt. Manche Spieler gleichen das mit einem schnellen Zuschnappen der Hände aus und schlagen dann einen Hook. Das Muster hängt vom Spieler ab.
Stand: Oktober 2026