Golf-Lexikon
Spin Axis (Sidespin)
Kurz erklärt
Die Spin Axis ist die Neigung der Drehachse des Balls zur Waagerechten, gemessen direkt nach dem Abschlag. Bei null Grad dreht sich der Ball nur rückwärts und fliegt ohne Kurve. Negative Werte bedeuten bei Rechtshändern eine Kurve nach links, positive nach rechts. Der seitliche Drallanteil heißt Sidespin.
Was ist die Spin Axis im Golf?
Die Spin Axis, auf Deutsch Spinachse oder Drallachse, beschreibt, um welche Achse sich der Ball nach dem Abschlag dreht. Genauer gesagt ist sie der Neigungswinkel dieser gedachten Drehachse im Verhältnis zur Waagerechten, gemessen unmittelbar nach dem Moment, in dem der Ball die Schlagfläche verlässt. Eine Spin Axis von null Grad bedeutet, dass sich der Ball mit reinem Rückwärtsdrall um eine waagerechte Achse dreht. Dann fliegt er ohne Kurve.
Je stärker die Achse zur Seite geneigt ist, desto stärker kurvt der Ball. Ein negativer Wert steht bei Rechtshändern für eine Kurve nach links, also einen Draw oder Hook. Ein positiver Wert steht für eine Kurve nach rechts, also einen Fade oder Slice. Im Englischen ist oft auch vom Sidespin die Rede. Gemeint ist die seitliche Komponente des Dralls, die diese Neigung erzeugt.
Spin Axis, Sidespin und Backspin: Wie hängen sie zusammen?
Der gesamte Drall des Balls lässt sich in zwei Teile zerlegen: den Rückwärtsdrall (Backspin), der den Ball steigen lässt, und den Seitenspin (Sidespin), der ihn zur Seite krümmt. Beide zusammen ergeben den Gesamtspin, den die Messgeräte als Spin Rate ausgeben. Die Spin Axis ist der Winkel, der das Verhältnis beider Teile beschreibt: Je größer der Seitenspin im Vergleich zum Rückwärtsdrall, desto größer der Winkel.
Ein Rechenbeispiel zeigt das. Ein Driver-Schlag hat einen Gesamtspin von 2.600 Umdrehungen pro Minute und eine Spin Axis von plus 8 Grad. Daraus ergibt sich ein Seitenspin von rund 360 und ein Backspin von rund 2.575 Umdrehungen pro Minute. Der Rückwärtsdrall bleibt fast unverändert, und doch genügen die rund 360 Umdrehungen seitlich, um den Ball sichtbar nach rechts zu lenken.
Das ist ein Grund, warum Messgeräte die Spin Axis in Grad angeben. Der Winkel lässt sich schlägerübergreifend vergleichen, während dieselbe Zahl an Seitenspin-Umdrehungen je nach Backspin etwas ganz anderes bedeuten kann.
Spin Axis lesen: gerade, Draw oder Fade
TrackMan bezeichnet Werte zwischen minus 2 und plus 2 Grad als gerade Schläge mit kaum sichtbarer Kurve. Darüber hinaus beginnt die Kurve. Als Anhaltspunkte nennt TrackMan: Bei einer Flugstrecke von etwa 137 Metern, also 150 Yards, erzeugt eine Spin Axis von minus 2 Grad rund 2 Meter Kurve nach links, bei minus 10 Grad rund 10 Meter. Bei etwa 183 Metern, also 200 Yards, wachsen diese Werte auf rund 3 und rund 14 Meter.
Die Achse verändert sich im Flug kaum. Sie wird beim Treffen festgelegt. Wind kann die Flugbahn und damit die sichtbare Kurve beeinflussen, ändert aber nicht die Neigung der Drehachse selbst.
Für die Praxis heißt das: Wer einen Fade spielen will, braucht einen kleinen positiven Wert, wer einen Draw spielen will, einen kleinen negativen. Spielen Sie dagegen ohne Absicht Werte von plus 10 Grad oder mehr, ist der Ball auf dem Weg zum Slice. Dann müssen Sie nach der Ursache im Schwung suchen, nicht nach der Kurve selbst.
Wie entsteht die Spin Axis?
Zwei Dinge bestimmen die Spin Axis: die Beziehung zwischen Schlagfläche und Schwungbahn und der Ort, an dem der Ball die Schlagfläche trifft. Die erste Größe heißt Face to Path, die Differenz aus Schlagflächenstellung und Club Path. Zeigt die Schlagfläche rechts vom Pfad, entsteht Seitenspin, der den Ball nach rechts krümmt. Zeigt sie links, krümmt er sich nach links.
Die zweite Größe ist der Treffpunkt. Trifft der Ball die Schlagfläche nicht in der Mitte, sondern mehr zur Spitze (Toe) oder zur Ferse (Heel), entsteht durch die Verschiebung des Schlägerschwerpunkts zusätzlicher Seitenspin. TrackMan weist darauf hin: Ist der Face-to-Path-Wert positiv, die Spin Axis aber negativ, hat der Spieler den Ball zur Spitze hin getroffen.
Hinzu kommt der Schläger. Bei gleichem Face to Path entsteht mit einem Schläger mit wenig Spin Loft, wie dem Driver, tendenziell eine größere Spin Axis als mit einem Wedge. Deshalb verzeiht ein Wedge Richtungsfehler eher, während der Driver sie sichtbar vergrößert.
Beispiel aus der Praxis: Slice und Draw erkennen
Ein Spieler schlägt zehn Drives und liest an einem Launch Monitor jeweils die Spin Axis ab. Die Werte liegen zwischen plus 9 und plus 14 Grad. Das ist ein deutlicher Slice-Spin. Bei einem Carry von rund 183 Metern bedeutet ein Wert von plus 12 Grad nach den TrackMan-Faustwerten grob 16 Meter Kurve nach rechts.
Er schaut nun auf Club Path und Face to Path. Der Club Path liegt bei minus 5 Grad, die Schlagfläche bei plus 2 Grad. Daraus ergibt sich ein Face to Path von plus 7 Grad. Die Ursache ist klar: Der Schlägerkopf läuft von außen nach innen, und die Schlagfläche steht zum Pfad offen.
Nach einigen Wochen Training mit schlankerem Abschwung und etwas stärkerem Griff liegen die Werte bei plus 3 bis plus 5 Grad. Der Ball startet weiter links und kurvt nur noch leicht zurück. Das ist ein kontrollierbarer Fade. Die Spin Axis zeigt hier die Wirkung der Arbeit, die Ursache liegt aber im Pfad und in der Schlagfläche.
Typische Fehler und Tipps
Der häufigste Fehler ist, nur auf die Kurve zu schauen und deren Ursache zu übersehen. Die Spin Axis ist ein Ergebnis, kein Schwungfehler. Behandeln Sie sie als Hinweis und suchen Sie die Ursache im Face to Path, im Club Path oder im Treffpunkt. Wer lediglich versucht, den Ball bewusst nach links zu ziehen, kompensiert zwar die Kurve, löst aber nicht das Problem.
Ein zweiter Fehler ist, aus einem einzelnen Schlag Schlüsse zu ziehen. Ein Ausreißer durch einen Treffer an der Spitze verfälscht das Bild. Spielen Sie mehrere Schläge mit demselben Schläger und betrachten Sie den Mittelwert und die Spannbreite.
Als Tipp: Die Spin Axis hängt nicht von Ihrer Ausrichtung ab, die Startrichtung des Balls dagegen schon. Legen Sie deshalb einen Alignment Stick in die Ziellinie, um beides zu trennen. Testen Sie mit weniger Tempo, ob die Achse kleiner wird. Wenn ja, liegt die Ursache häufig in zu viel Hektik im Abschwung. Wenn nicht, hilft eine Einzelstunde mit einem PGA Pro, der Pfad und Schlagfläche gemeinsam auswertet.
Abgrenzung: Spin Axis, Spin Rate und Streuung
Die Spin Axis beschreibt die Richtung der Drehachse, die Spin Rate beschreibt, wie schnell sich der Ball dreht. Beide gehören zusammen, sind aber getrennte Messwerte. Eine hohe Spin Rate bei einer Spin Axis von null bedeutet viel Rückwärtsdrall ohne Kurve. Dieselbe Menge Seitenspin ergibt bei wenig Backspin einen größeren Winkel als bei viel Backspin.
Die Streuung beschreibt dagegen, wie weit Ihre Schläge insgesamt auseinanderliegen. Sie ergibt sich aus Startrichtung und Kurve aller Schläge. Die Spin Axis erklärt also nur den Teil der Streuung, der durch Kurve entsteht. Der andere Teil kommt aus der Startrichtung.
Auch das Wort Curve bei TrackMan ist nicht dasselbe wie die Spin Axis. Es misst die Seitenbewegung des Balls im Flug in Metern, während die Spin Axis den Winkel der Drehachse angibt, der diese Bewegung auslöst.
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Häufige Fragen
Was ist die Spin Axis beim Golf?
Die Spin Axis ist die Neigung der Drehachse des Balls zur Waagerechten, gemessen direkt nach dem Abschlag. Bei null Grad dreht sich der Ball rein rückwärts und fliegt ohne Kurve. Negative Werte bedeuten bei Rechtshändern eine Kurve nach links, positive eine nach rechts. TrackMan zählt Werte von minus 2 bis plus 2 Grad als gerade.
Was ist Sidespin im Golf?
Sidespin ist der seitliche Teil des Balldralls. Er entsteht, wenn die Schlagfläche zum Schwungpfad nicht passt oder wenn der Ball nicht mittig getroffen wird. Je größer der Sidespin im Vergleich zum Backspin, desto größer ist die Spin Axis und desto stärker kurvt der Ball. Ein Slice hat viel Sidespin.
Welche Spin Axis ist gut?
Für einen geraden Schlag gelten Werte zwischen minus 2 und plus 2 Grad. Wer eine bewusste Schlagform spielt, wünscht sich einen kleinen, gleichbleibenden Wert in die gewünschte Richtung. Entscheidend ist, dass er wiederholbar ist. Große Werte von zehn Grad und mehr bedeuten deutliche Kurve, zum Beispiel einen Slice oder Hook.
Wie viel Kurve bringt eine Spin Axis von 10 Grad?
Nach TrackMan-Faustwerten erzeugt eine Spin Axis von 10 Grad bei rund 137 Metern Flugstrecke etwa 10 Meter Kurve, bei rund 183 Metern etwa 14 Meter. Der Wert ist eine Näherung und gilt für mittige Treffer ohne starken Wind. Je länger der Flug, desto größer wird die Kurve.
Wie verändere ich meine Spin Axis?
Sie ändern sie über den Face to Path, also den Unterschied zwischen Schlagfläche und Club Path, und über den Treffpunkt auf der Schlagfläche. Prüfen Sie Griff, Ausrichtung und Abschwung. Messen Sie mehrere Schläge mit einem Launch Monitor, um die Wirkung zu sehen. Ein PGA Pro kann die Ursache im Schwung gezielt finden.
Stand: Oktober 2026