Golf-Lexikon
TrackMan Range
Kurz erklärt
Eine TrackMan Range ist eine Driving Range, auf der Radarsysteme jeden Schlag von jeder Abschlagmatte verfolgen. Die Daten zum Ballflug, etwa Carry, Abflugwinkel und Ballgeschwindigkeit, erscheinen sofort am Monitor oder auf dem Smartphone. So wird das Üben auf der Range messbar, ohne dass ein Trainer danebenstehen muss.
TrackMan Range: Was ist das?
Auf einer klassischen Driving Range sehen Sie nur, wo der Ball ungefähr landet. Wie weit er wirklich geflogen ist, welche Kurve er hatte oder wie schnell er war, müssen Sie schätzen. Eine TrackMan Range löst dieses Problem: Sie misst jeden Schlag und zeigt das Ergebnis sofort an.
TrackMan ist ein dänisches Unternehmen, das seit 2003 Radargeräte für den Ballsport entwickelt. Im Golf sind diese Geräte als Launch Monitor bekannt und stehen bei Trainern, Schlägerherstellern und auf der Profi-Tour im Einsatz. Die TrackMan Range überträgt diese Technik auf eine ganze Übungsanlage. Jede Abschlagmatte wird zum Messplatz.
Im Deutschen spricht man auch von einer „Range mit Ballflugmessung“. Gemeint ist immer ein System, bei dem Sie Ihre Schläge nicht nur sehen, sondern anhand von Zahlen beurteilen können.
So funktioniert die TrackMan Range
Das System arbeitet mit Radar. TrackMan beschreibt es so, dass mehrere Radargeräte rund um die Range ein überlappendes Messfeld bilden. Dieses Feld verfolgt den Flug jedes Balls von jeder Abschlagmatte. Das System erkennt automatisch, von welcher Matte der Schlag kam, und leitet die Daten an das Gerät oder den Monitor dieser Matte weiter.
Das Radar nutzt den Doppler-Effekt. Es misst, wie sich die Frequenz der reflektierten Wellen verändert, während der Ball sich bewegt. Daraus berechnet die Software Geschwindigkeit, Flugbahn und Landepunkt. Die Ballflugkurve wird anschließend in einer dreidimensionalen Darstellung der Range gezeigt.
Jede Matte kann mit einem eigenen Bildschirm, einem Tablet oder dem Smartphone der Spieler ausgestattet sein. Welche Variante eine Anlage nutzt, entscheidet der Betreiber. Für Sie als Spieler heißt das: Nach dem Schlag sehen Sie Zahlen und Flugbahn, ohne Geräte aufzubauen oder zu bedienen.
Welche Werte Sie an der TrackMan Range sehen
Welche Werte genau erscheinen, hängt von der Anlage und ihrer Einstellung ab. Typische Werte sind:
- Carry: Strecke bis zum ersten Bodenkontakt
- Total: Gesamtstrecke einschließlich Ausrollen
- Abflugwinkel: Startwinkel des Balls in Grad
- Ballgeschwindigkeit: Tempo des Balls nach dem Treffen
- Höhe (Apex): höchster Punkt der Flugbahn
- Seitenabweichung: wie weit der Ball links oder rechts vom Ziel landet
Diese Werte zeigen Ihnen, wie ein Schlag wirklich ausgefallen ist. Ein Beispiel: Sie meinen, Ihr Eisen 7 fliege 150 Meter. Der Monitor zeigt 138 Meter Carry und 145 Meter Total. Jetzt wissen Sie, mit welcher Weite Sie auf dem Platz planen sollten. Wer diese Zahlen für alle Schläger festhält, erhält eine eigene Schlagweiten-Tabelle, auch Gapping genannt.
Spiele, Zielspiele und virtuelle Runden
Neben der Analyse bietet eine TrackMan Range oft Spielmodi. Statt Ball um Ball ohne Ziel zu schlagen, spielen Sie gegen sich selbst oder gegen andere. Das macht das Üben abwechslungsreicher und fördert Konzentration.
Beispiele für Formate an einer TrackMan Range sind Zielspiele wie „Nearest Pin“ (möglichst nah an die Fahne), „Longest Drive“ (möglichst weit) oder „Bullseye“ (ein Ziel treffen). Auch virtuelle Platzrunden sind möglich: Der Ballflug wird dabei auf einen echten Golfplatz übertragen, und Sie spielen Bahn für Bahn.
Für Einsteiger sind diese Modi eine gute Hilfe. Sie bekommen ein klares Ziel für jeden Schlag und sehen sofort, ob er passt. Für fortgeschrittene Spieler sind sie ein Test unter Druck, weil jeder Schlag zählt. Wichtig bleibt: Spiele ersetzen kein strukturiertes Training, sie ergänzen es.
TrackMan Range, Launch Monitor und Simulator im Vergleich
Mehrere Begriffe liegen nah beieinander.
- Launch Monitor: ein einzelnes Messgerät für einen Spieler, oft hinter oder neben dem Ball. Trainer nutzen es in Einzelstunden.
- TrackMan Range: ein System für die ganze Anlage. Mehrere Radare messen alle Matten gleichzeitig.
- Simulator: Sie schlagen in eine Leinwand, und die Software rechnet den Flug auf einen virtuellen Platz um. Das geschieht indoor.
An der TrackMan Range schlagen Sie echte Bälle in echte Entfernung. Der Vorteil gegenüber dem Simulator ist der wirkliche Ballflug im Freien oder unter Dach. Der Vorteil gegenüber der klassischen Range sind die Zahlen. Welche Variante besser passt, hängt von Ihrem Ziel ab: Schwungarbeit, Spiel mit Freunden oder Training bei jedem Wetter.
Beispiel aus der Praxis: Eine Trainingseinheit mit Messwerten
Ein Spieler plant eine Trainingseinheit mit vier Blöcken.
- Aufwärmen mit einem Wedge: zehn lockere Schläge, nur auf Gefühl achten.
- Eisen 7: zehn Schläge, der Monitor liefert den Durchschnitt für Carry und Abflugwinkel.
- Driver: zehn Schläge, dabei zählt vor allem die Seitenabweichung.
- Zielspiel: ein Spielmodus als Abschluss, der Druck simuliert.
Nach den Eisen 7 sieht der Spieler im Schnitt 138 Meter Carry, aber eine Streuung von 15 Metern nach links und rechts. Er erkennt: Die Weite stimmt, die Richtung nicht. Er arbeitet im nächsten Block an Ausrichtung und Stand.
Typische Fehler an der Range: zu viele Schläge ohne Plan, immer derselbe Schläger und der Blick auf einzelne Rekordwerte. Besser ist es, mit einem festen Ziel zu üben und Durchschnittswerte zu betrachten. Ein PGA Professional hilft, die Zahlen einzuordnen.
Herkunft und Entwicklung der TrackMan Range
TrackMan wurde 2003 in Dänemark gegründet. Einer der Gründer brachte Erfahrung mit Doppler-Radar zur Verfolgung von Geschossen und Flugkörpern mit. Erste Kunden waren Schlägerhersteller. 2006 wurde das Gerät erstmals auf der PGA Tour eingesetzt. Seitdem gehört TrackMan zu den bekanntesten Messsystemen im Golf.
Die Idee, eine ganze Range mit Radar auszustatten, ist deutlich jünger. Nach eigener Darstellung nahm die Golf Lounge 2017 als erste Anlage weltweit die TrackMan Range Technologie in Betrieb, damals noch am Standort Elbbrücken in Hamburg. Seit 2022 steht die Anlage in Hamburg-Moorfleet. Inzwischen gibt es auch andere Systeme für Ranges, darunter kamerabasierte Lösungen.
Heute sind solche Ranges ein Beispiel dafür, wie Golf durch Daten zugänglicher wird. Einsteiger erleben Zahlen als Orientierung, Fortgeschrittene als Werkzeug für gezieltes Training.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Die TrackMan Range der Golf Lounge in Hamburg-Moorfleet hat 32 überdachte Abschlagplätze auf zwei Ebenen. An jeder Matte steht ein TrackMan-Monitor, der Training, Zielspiele und virtuelle Platzrunden anbietet. Zu den Spielen gehören unter anderem Driving Range, Nearest Pin, Longest Drive und Bullseye. Die TrackMan Range App zeigt die Daten zusätzlich auf Ihrem Smartphone. Die Range ist überdacht und beheizbar, also ganzjährig nutzbar. Gemessen werden unter anderem Carry, Total, Abflugwinkel, Ballgeschwindigkeit und Höhe.
Häufige Fragen
Was ist eine TrackMan Range?
Eine TrackMan Range ist eine Driving Range, auf der mehrere Radargeräte jeden Schlag von jeder Abschlagmatte verfolgen. Ballflug und Messwerte wie Carry, Abflugwinkel und Ballgeschwindigkeit erscheinen sofort am Monitor oder auf dem Smartphone. So ist Training auf der Range messbar und vergleichbar.
Wie funktioniert die TrackMan Range?
Mehrere Radare rund um die Range bilden ein überlappendes Messfeld. Sie nutzen den Doppler-Effekt, verfolgen den Ball vom Schlag bis zur Landung und erkennen automatisch, von welcher Matte der Schlag kam. Die Daten werden dann an den Monitor dieser Matte oder an das Smartphone des Spielers gesendet.
Welche Werte zeigt eine TrackMan Range an?
Typisch sind Carry, Total, Abflugwinkel, Ballgeschwindigkeit und die Höhe der Flugbahn. Welche Werte genau erscheinen, hängt von der Anlage und ihrer Einstellung ab. Dazu kommen Flugbahn und Zielspiele. Je nach System ergänzen weitere Daten wie Seitenabweichung oder Spin das Bild.
Was ist der Unterschied zwischen einer TrackMan Range und einem Simulator?
An der Range schlagen Sie echte Bälle in echte Entfernung, und das Radar misst den realen Flug. Im Simulator schlagen Sie in eine Leinwand, und die Software rechnet den Flug auf einen virtuellen Platz um. Der Simulator ist indoor, die Range hängt von der Bauweise der Anlage ab.
Brauche ich Vorkenntnisse für die TrackMan Range?
Nein. Die Messung läuft automatisch, Sie müssen nichts einstellen. Wer Anfänger ist, nutzt die Zahlen zunächst als Orientierung, etwa für die Weite je Schläger. Für die Einordnung der Daten helfen ein Schnupperkurs oder eine Einzelstunde mit einem PGA Professional. Ein Trainer erklärt gern, welche Werte für Ihr Niveau zuerst wichtig sind.
Stand: Oktober 2026