Golf-Lexikon
Rückschwung (Backswing)
Kurz erklärt
Der Rückschwung, englisch Backswing, ist der erste Bewegungsteil des Golfschwungs. Er beginnt, wenn sich der Schläger vom Ball wegbewegt, und endet am höchsten Punkt, an dem die Richtung wechselt. Im Rückschwung laden Sie Körper und Schläger für den Abschwung auf. Seine Qualität entscheidet stark über Richtung, Tempo und Treffmoment.
Rückschwung im Golf: Bedeutung und Ablauf
Der Golfschwung besteht aus mehreren Phasen: Ansprechposition, Rückschwung, Abschwung, Treffmoment und Finish. Der Rückschwung ist die erste Bewegungsphase nach der Ansprechposition. Er beginnt mit der ersten Bewegung weg vom Ball und endet im Umkehrpunkt, dem „Top of Backswing“. Manche Trainer nennen diese Phase auch Aufschwung.
Was passiert im Rückschwung? Die Schultern drehen sich weg vom Ziel, die Hüften drehen mit, aber weniger, der Schläger steigt auf, und das Gewicht verlagert sich leicht auf die Seite, die vom Ziel weg zeigt. Für Rechtshänder ist das die rechte Seite. Alle Hinweise in diesem Eintrag gelten für Rechtshänder, Linkshänder spiegeln sie.
Der Rückschwung ist keine Kraftphase. Er bereitet den Treffmoment vor. Wer ihn zu schnell, zu hoch oder zu schief spielt, muss im Abschwung ausgleichen. Das gelingt in einem Bruchteil einer Sekunde nur selten zuverlässig. Deshalb arbeiten viele Trainer zuerst am Rückschwung, wenn der Ball unregelmäßig fliegt.
Das Ziel des Rückschwungs ist eine Position, aus der der Abschwung einfach und wiederholbar möglich ist.
Takeaway: die ersten Zentimeter des Rückschwungs
Der Takeaway ist der Beginn des Rückschwungs, also der erste Abschnitt, in dem sich der Schläger vom Ball entfernt, grob bis etwa Hüfthöhe. Er gilt als wichtiger Moment, weil er die Bahn für alles Folgende vorgibt.
Ein häufig genannter Kontrollpunkt ist die Stelle, an der der Schläger etwa hüfthoch ist und der Schaft parallel zum Boden liegt. Dort sollte der Schaft ungefähr parallel zur Ziellinie zeigen, und die Spitze des Schlägers sollte nach oben zeigen. So ist die Schlagfläche weder stark geöffnet noch geschlossen.
Beim Takeaway bewegen sich Arme, Schultern und Oberkörper möglichst gemeinsam. Die Hände heben den Schläger nicht allein hoch. Das Gefühl ist eher, dass der Schläger durch die Drehung der Brust nach hinten geführt wird.
Zu viel Handeinsatz am Anfang führt oft zu einer zu steilen Bahn. Zu viel Schulterdrehung ohne Arme nach innen kann den Schläger zu weit nach innen ziehen. Beides lässt sich mit einem Spiegel oder einer Videoaufnahme von hinten gut prüfen.
Der höchste Punkt: Top of Backswing
Am Ende des Rückschwungs erreicht der Schläger den höchsten Punkt. Als grobe Orientierung für den vollen Schwung nennen viele Trainer folgende Merkmale:
- Die Schultern haben sich etwa 90 Grad gedreht, der Rücken zeigt zum Ziel.
- Die Hüften haben sich weniger gedreht, oft wird ein Wert um 45 Grad genannt.
- Der führende Arm, bei Rechtshändern der linke, ist weitgehend gestreckt.
- Der Schläger zeigt etwa parallel zur Ziellinie, der Schaft liegt ungefähr waagerecht.
- Der größere Teil des Gewichts liegt auf dem hinteren Bein, ohne dass der Körper seitlich wegrutscht.
Diese Werte sind Richtwerte und kein Gesetz. Spieler mit wenig Beweglichkeit schwingen kürzer und spielen trotzdem sehr gut. Einige Profis schwingen den Schläger deutlich über die Waagerechte hinaus, andere bleiben darunter. Wichtig ist, dass der Rückschwung zur Beweglichkeit passt und zum eigenen Abschwung.
Die Differenz zwischen Schulter- und Hüftdrehung baut Spannung im Körper auf. Sie wird oft X-Factor genannt und gilt als eine Quelle für Schlägerkopfgeschwindigkeit.
Beispiel aus der Praxis: Rückschwung mit dem Eisen 7
Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einer Bahn, auf der Sie 140 Meter bis zum Grün haben, und greifen zum Eisen 7.
Sie stehen mit schulterbreitem Stand, der Ball liegt in der Mitte. Beim Takeaway bewegen sich Arme und Brust gemeinsam, der Schläger bleibt zunächst nah am Boden. Auf Hüfthöhe zeigt der Schaft parallel zur Ziellinie. Dann dreht der Oberkörper weiter, der linke Arm bleibt gestreckt, und die Hände heben den Schläger sanft an.
Am höchsten Punkt zeigt Ihr Rücken zum Ziel, und der größere Teil des Gewichts liegt auf dem rechten Bein. Der Kopf bleibt ruhig. Als grobe Orientierung gilt: Der Rückschwung dauert bei vielen guten Spielern etwa dreimal so lange wie der Abschwung. Häufig genannt werden knapp eine Sekunde für den Rückschwung und rund eine Viertelsekunde für den Abschwung.
Aus dieser Position geht der Abschwung fast von selbst los, weil Hüfte und Beine die Bewegung einleiten. Der Schläger muss nicht aktiv nach unten geworfen werden. Dieses Zusammenspiel ist der Grund, warum ein guter Rückschwung einfach aussieht.
Typische Fehler im Rückschwung
Einsteiger machen im Rückschwung immer wieder die gleichen Fehler.
Zu schnelle Bewegung: Wer den Schläger hastig wegreißt, verliert die Ordnung der Bewegung. Der Abschwung beginnt dann oft zu früh. Der Schläger sollte langsam und fließend aufsteigen.
Nur mit den Armen heben: Dreht sich der Körper nicht mit, bleibt die Schulterdrehung klein. Der Schläger geht steil nach oben, und im Abschwung fehlt die Kraft aus dem Körper.
Seitliches Wegrutschen: Der Körper schiebt sich zur Seite statt zu drehen. Das nennt man Sway. Es führt häufig zu Fehltreffern wie dem Fat Shot oder dem Topball.
Umgekehrte Gewichtsverlagerung: Das Gewicht bleibt im Rückschwung vorn und wandert im Abschwung nach hinten. Auch das ist ein bekanntes Muster und heißt Reverse Pivot.
Zu langer Schwung: Wer den Schläger weit über die Waagerechte führt, verliert häufig die Kontrolle über die Schlagfläche. Länge ist dabei keine Voraussetzung für Weite.
Gebeugter führender Arm: Ein stark gebeugter Arm verkürzt den Schwungbogen. Ein Hinweis: Streckung heißt nicht Steifheit.
Übungen: So verbessern Sie Ihren Rückschwung
Die folgenden Übungen sind einfach und lassen sich auf der Range oder zu Hause ausführen.
Übung 1, der Schläger am Zaun: Stellen Sie sich mit dem Rücken nah an eine Wand oder einen Zaun. Wenn der Takeaway den Zaun früh berührt, zieht der Schläger zu weit nach innen.
Übung 2, die Handtuch-Übung: Klemmen Sie ein kleines Handtuch unter beide Oberarme. Üben Sie langsame Rückschwünge, ohne dass das Handtuch herunterfällt. So bleiben Arme und Brust verbunden.
Übung 3, der Halbschwung: Spielen Sie Bälle nur mit Schwüngen bis Hüfthöhe. So spüren Sie den Takeaway besonders deutlich. Mehr dazu finden Sie unter Halbschwung und Dreiviertelschwung.
Übung 4, die Zählweise: Zählen Sie im Kopf bis drei für den Rückschwung und bis eins für den Abschwung. Dieses Verhältnis von etwa 3 zu 1 gilt als Orientierungswert für viele gute Spieler. Mehr dazu im Eintrag zum Schwungtempo.
Übung 5, die Videokontrolle: Filmen Sie sich von hinten und von der Seite und vergleichen Sie den Takeaway mit den Kontrollpunkten.
Abgrenzung: Rückschwung, Abschwung und Treffmoment
Der Rückschwung ist nur ein Teil des gesamten Schwungs. Die Begriffe lassen sich so abgrenzen:
- Ansprechposition: Haltung vor dem Schlag, mit Stand, Griff und Ausrichtung
- Rückschwung (Backswing): Bewegung vom Ball weg bis zum höchsten Punkt
- Abschwung (Downswing): Bewegung vom höchsten Punkt zurück zum Ball
- Treffmoment (Impact): der Augenblick, in dem der Schläger den Ball berührt
- Durchschwung und Finish: Ausschwingen nach dem Treffen
Zeitlich ist der Rückschwung die längste Phase. Der Treffmoment dauert weniger als eine Millisekunde, der Abschwung als Orientierung ungefähr ein Drittel der Zeit des Rückschwungs.
Eine häufige Verwechslung betrifft den Begriff Takeaway. Manche meinen damit den ganzen Rückschwung, andere nur den Anfang. In diesem Eintrag ist der Takeaway der Beginn des Rückschwungs.
Eine zweite Frage lautet, ob der Rückschwung bei allen Schlägern gleich ist. Grundsätzlich ja, aber bei kürzeren Schlägern fällt er kleiner aus: Ein kurzer Pitch braucht oft nur einen Rückschwung bis Hüft- oder Brusthöhe.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Den eigenen Rückschwung sehen Sie im Golf Lounge Resort Hamburg in der Einzelstunde mit einem PGA Pro. Die Stunde dauert 60 Minuten, ist täglich nach Terminvereinbarung möglich und lässt sich online buchen. Der Trainer analysiert Ihren Schwung mit TrackMan-Daten, ergänzend steht V1 Pro Videoanalyse zur Verfügung. So sehen Sie Takeaway und höchsten Punkt auf dem Bildschirm. Auch kurze Impulseinheiten zu einem einzelnen Bewegungsdetail sind möglich, auf Wunsch gibt es ein Golf-Fitting.
Häufige Fragen
Was ist der Rückschwung beim Golf?
Der Rückschwung ist die Phase vom Beginn der Schwungbewegung bis zum höchsten Punkt, an dem sich die Richtung umkehrt. Dabei drehen sich Schultern und Hüften vom Ziel weg, der Schläger steigt auf, und das Gewicht verlagert sich nach hinten. Er bereitet den Abschwung vor und legt fest, aus welcher Position der Ball getroffen wird.
Was bedeutet Takeaway im Golf?
Takeaway nennt man den Beginn des Rückschwungs, also den ersten Abschnitt, in dem der Schläger vom Ball wegbewegt wird, grob bis etwa Hüfthöhe. Ein oft genannter Kontrollpunkt ist hüfthoch: Der Schaft liegt dann parallel zum Boden und zur Ziellinie, und die Spitze des Schlägers zeigt nach oben. Der Takeaway legt die Bahn für den restlichen Schwung fest.
Wie weit sollte der Rückschwung gehen?
Das hängt von Schläger und Beweglichkeit ab. Beim vollen Schwung wird als Richtwert eine Schulterdrehung von etwa 90 Grad genannt, bei kürzeren Schlägen fällt der Rückschwung kleiner aus. Wichtig ist, dass Sie den Schwung kontrollieren können. Ein sehr langer Rückschwung hilft nicht zwingend bei der Weite und kostet oft Kontrolle.
Wie lange dauert ein Rückschwung?
Als grobe Orientierung wird für den Rückschwung oft knapp eine Sekunde genannt, für den Abschwung ungefähr ein Drittel davon. Bekannt wurde dieses Verhältnis von etwa 3 zu 1 durch das Trainingskonzept „Tour Tempo“. Das Gesamttempo unterscheidet sich von Spieler zu Spieler. Wichtiger ist, dass das Verhältnis beider Phasen gleich bleibt.
Was sind typische Fehler im Rückschwung?
Häufig sind ein zu hastiger Start, ein reines Anheben mit den Armen, ein seitliches Wegrutschen des Körpers (Sway) und eine falsche Gewichtsverlagerung. Auch ein zu langer Schwung kostet oft Kontrolle. Mit Video von hinten und von der Seite erkennen Sie die meisten dieser Muster selbst. Ein Trainer zeigt, welcher Fehler zuerst behoben werden sollte.
Stand: Oktober 2026