Hang Time (Flugzeit)

Golf-Lexikon

Hang Time (Flugzeit)

Kurz erklärt

Hang Time, auf Deutsch Flugzeit, ist die Zeit in Sekunden, die ein Golfball vom Treffmoment bis zum ersten Aufprall in der Luft ist. Launch Monitore wie TrackMan messen sie bei jedem Schlag. Sie hängt von Flughöhe, Weite, Spin und Wind ab. Mit dem Driver liegt sie bei Tourspielern im Mittel bei gut sechs Sekunden.

Hang Time im Golf: Bedeutung einfach erklärt

Bekannt ist der Begriff aus dem American Football. Dort ist die Hang Time die Zeit, die ein Ball nach einem Kick in der Luft bleibt. Im Golf bedeutet er dasselbe: Wie viele Sekunden vergehen vom Treffmoment bis zum ersten Bodenkontakt?

TrackMan definiert den Wert als die gesamte Zeit, die der Ball von dem Moment, in dem er geschlagen wird, bis zur Landung in der Luft verbringt. Ausrollen und Springen zählen nicht mit. Die Zahl wird meist mit einer Nachkommastelle angegeben, zum Beispiel 6,1 s.

Hang Time ist kein Wert, den man direkt verbessern will, wie etwa die Ballgeschwindigkeit. Sie ist vielmehr eine Folge anderer Werte und ein gutes Kontrollinstrument. Wer sie liest, bekommt ein Gefühl dafür, wie hoch und wie lange der Ball unterwegs ist. Das hilft zu verstehen, wie lange Wind und Luft auf den Ball wirken.

Wovon die Flugzeit abhängt

Die Flugzeit ergibt sich aus der Flugbahn. Drei Dinge spielen die Hauptrolle:

Zum Vergleich ein Gedankenspiel. Ein Ball, der mit rund 76 Metern pro Sekunde unter 10 Grad abhebt, bräuchte ohne Luft und ohne Auftrieb rechnerisch nur knapp drei Sekunden bis zum Boden. In der Praxis ist er mit dem Driver etwa doppelt so lange unterwegs. Der Unterschied kommt vom Auftrieb durch den Backspin.

Auch Wind verändert den Wert: Gegenwind bremst den Ball und lässt ihn steiler fallen, Rückenwind schiebt ihn weiter. Beides wirkt sich auf die Zeit bis zum Aufprall aus.

Richtwerte: Wie lange ist ein Golfball in der Luft?

Bei Spielern der PGA Tour liegt die Flugzeit mit dem Driver nach Auswertungen von Tour-Daten, über die Golf Digest berichtete, seit Jahren bei etwa 6,1 bis 6,3 Sekunden. Der Wert schwankt von Jahr zu Jahr nur wenig. Mit kürzeren Schlägern wird die Zeit meist kleiner, weil der Ball weniger weit fliegt. Bei hohen Wedges kann sie trotz kurzer Weite hoch ausfallen, denn der Ball steigt steil an.

Für Hobbygolfer lassen sich keine festen Normwerte angeben. Ein langsamer Schwung bringt meist weniger Flughöhe und weniger Weite, kann aber mit viel Loft trotzdem eine ordentliche Flugzeit erzeugen. Vergleichen Sie Ihre Werte deshalb mit Ihren eigenen Durchschnitten, nicht mit denen der Tour.

Wichtig ist auch: Eine lange Flugzeit ist kein Qualitätsmerkmal. Ein sehr hoher Ball mit viel Spin hat eine große Hang Time, verliert aber Weite. Golf Digest wies darauf hin, dass die Flugzeit kein sicherer Hinweis auf die Weite eines Schlags ist.

Beispiel aus der Praxis: Zwei Drives, gleiche Weite

Zwei Golfer schlagen jeweils einen Drive mit 210 Metern Carry. Der erste Ball startet flach und mit wenig Spin. Er erreicht eine niedrige Höhe und ist nach 5,3 Sekunden gelandet. Der zweite Ball startet hoch und mit mehr Spin, steigt deutlich höher und braucht 6,6 Sekunden. Beide Zahlen sind Beispiele und sollen den Zusammenhang zeigen.

Was bedeutet das für den Platz? Der flache Ball fliegt weniger lang im Wind und wird bei Gegenwind weniger gebremst, landet aber flacher und rollt weiter aus. Der hohe Ball ist anfälliger für Wind, setzt aber steiler auf und bleibt eher liegen.

Auf einem Par-4 mit 380 Metern, gegen einen kräftigen Wind aus Westen, kann der flache Drive die bessere Wahl sein. Auf einem kurzen Par-3 mit hartem Grün schätzt dagegen mancher Spieler die lange Flugzeit, weil der Ball weich landet. Die Hang Time hilft, diese Unterschiede in Zahlen zu fassen.

Flugzeit bei Wind, Kälte und Höhe

Die Flugzeit ist kein fester Schlägerwert, sondern ändert sich mit den Bedingungen. Bei Gegenwind steigt der Ball steiler und fällt früher, bei Rückenwind trägt ihn die Luft weiter. In kalter Luft, die dichter ist, bremst der Luftwiderstand stärker, der Ball fliegt kürzer und ist oft auch weniger lang in der Luft. Warme Luft ist dünner und lässt den Ball etwas weiter und länger fliegen.

Für den Vergleich Ihrer Werte heißt das: Messen Sie unter ähnlichen Bedingungen. Ein Ball, der an einem kalten Wintertag bei starkem Wind geschlagen wurde, liefert andere Zahlen als derselbe Schlag an einem windstillen Sommerabend. Auf einer überdachten Range entfallen die Wettereinflüsse weitgehend. Das macht Innenmessungen gut vergleichbar, auch wenn der Ball draußen auf dem Platz anders reagiert.

Hang Time lesen und nutzen

So setzen Sie den Wert sinnvoll ein:

Bewerten Sie auch hier immer Durchschnitte aus mehreren Schlägen, nicht einen einzelnen Schlag.

Typische Fehler und Abgrenzung

Ein häufiger Fehler ist, die Hang Time mit der Weite zu verwechseln. Ein Ball kann lange in der Luft sein und trotzdem kurz fliegen. Ebenso falsch ist die Annahme, dass mehr Flugzeit immer besser ist.

Ein zweiter Fehler ist, Hang Time als Zielgröße zu trainieren. Die Zahl ist eine Folge von Abflugwinkel, Spin und Ballgeschwindigkeit. Wer sie verändern will, arbeitet an diesen Werten.

Zur Abgrenzung: Der Apex ist der höchste Punkt der Flugbahn, die Hang Time die Dauer des Fluges. Der Landewinkel beschreibt, wie steil der Ball ankommt. Der Carry misst die Weite in der Luft. Alle vier hängen zusammen und werden zusammen betrachtet. Eine hohe Flugbahn hat in der Regel auch eine längere Hang Time und einen steileren Landewinkel.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Auf der überdachten und beheizbaren Range im Golf Lounge Resort Hamburg steht an jeder der 32 Matten auf zwei Ebenen ein TrackMan-Monitor. So lässt sich der Ballflug ganzjährig beobachten, bei jedem Wetter. Gemessen werden unter anderem Carry, Total, Abflugwinkel, Ballgeschwindigkeit und Flughöhe. Wer wissen möchte, wie sich ein höherer oder flacherer Flug auswirkt, kann die Matte online buchen und mit verschiedenen Schlägern vergleichen.

Matte buchen

Häufige Fragen

Was ist die Hang Time beim Golf?

Hang Time ist die Flugzeit des Balls in Sekunden, vom Treffmoment bis zum ersten Bodenkontakt. Launch Monitore wie TrackMan messen sie bei jedem Schlag. Sie ergibt sich aus Abflugwinkel, Flughöhe, Spin und Ballgeschwindigkeit und wird zusätzlich vom Wind beeinflusst.

Wie lange ist ein Golfball mit dem Driver in der Luft?

Bei Spielern der PGA Tour liegt die Flugzeit mit dem Driver nach veröffentlichten Daten bei etwa 6,1 bis 6,3 Sekunden. Hobbygolfer liegen je nach Tempo, Abflugwinkel und Weite oft darunter oder darüber. Vergleichen Sie deshalb mit Ihren eigenen Durchschnittswerten und nicht mit der Tour.

Ist eine lange Hang Time gut?

Nicht automatisch. Eine hohe Flugbahn hat eine lange Hang Time und landet steil, ist aber windanfälliger und kann Weite kosten. Ein flacher Flug hat eine kurze Hang Time und rollt weiter. Welche Flugzeit besser ist, hängt von Schläger, Wind, Platzlänge und Grünhärte ab.

Hängt die Hang Time mit der Weite zusammen?

Ein wenig, aber nicht eindeutig. Wer weiter schlägt, ist meist länger in der Luft. Ein sehr hoher Ball mit viel Spin hat jedoch eine große Hang Time bei geringer Weite. Die Flugzeit ist deshalb kein sicherer Hinweis auf die Weite. Zuverlässiger ist der Carry.

Wie kann ich meine Hang Time verändern?

Indirekt, über Abflugwinkel, Spin und Ballgeschwindigkeit. Mehr Loft im Treffmoment und ein steilerer Start erhöhen die Flugzeit, ein flacherer Start senkt sie. Auch ein Punch Shot mit abgesenktem Loft bringt einen flacheren Flug. Beobachten Sie dabei Apex und Landewinkel mit.

Stand: Oktober 2026

Zurück zum Golf-Lexikon