Chicken Wing

Golf-Lexikon

Chicken Wing

Kurz erklärt

Ein Chicken Wing ist ein Schwungfehler, bei dem der Führungsarm nach dem Treffmoment einknickt und der Ellbogen vom Körper wegzeigt. Von hinten sieht der Arm wie ein Hühnerflügel aus. Der Fehler kostet Länge und Richtung, denn der Schläger kann nicht mit voller Geschwindigkeit nach vorn durchschwingen.

Chicken Wing im Golf: Bedeutung und Erkennung

Beim Chicken Wing knickt der Führungsarm kurz nach dem Treffmoment ab. Der Führungsarm ist bei Rechtshändern der linke Arm, bei Linkshändern der rechte. Statt sich nach vorn zum Ziel zu strecken, zieht sich der Ellbogen nach außen und hinten. Die Hand bleibt dicht am Körper, der Unterarm bildet mit dem Oberarm einen spitzen Winkel. Das Bild erinnert an einen Flügel, daher der Name.

Sie erkennen den Fehler am besten auf einem Video. Stellen Sie die Kamera hinter sich in Linie mit dem Ziel auf und schauen Sie auf den Moment einen Augenblick nach dem Ballkontakt. Ist der Arm dort noch fast gestreckt, ist alles in Ordnung. Zeigt der Ellbogen nach links oder außen und ist der Arm eingeklappt, liegt ein Chicken Wing vor.

Ein kleiner Hinweis zur Einordnung: Auch gute Spieler beugen den Führungsarm im weiteren Verlauf des Durchschwungs, spätestens im Finish. Entscheidend ist der Zeitpunkt. Der Arm sollte nach dem Treffmoment erst weiter vorn und höher abknicken, nicht schon direkt hinter dem Ball.

Ursachen: Warum entsteht ein Chicken Wing?

Der Chicken Wing ist selten ein Problem des Arms allein. Meist ist er ein Symptom, das aus einer anderen Ursache entsteht.

Weil die Ursache meist im Körper liegt, bringt es wenig, nur den Arm zu strecken. Gleich an der Wurzel anzusetzen, ist erfolgversprechender.

Folgen für den Ballflug: Länge und Richtung

Ein Chicken Wing zeigt sich im Ballflug auf zwei Arten.

Besonders sichtbar ist der Fehler bei kurzen Eisen und Wedges. Hier gibt es kaum Zeit für Ausgleich, und der Ball geht oft zu kurz oder nach rechts. Wer regelmäßig einen Slice spielt und den Fehler im Video sieht, sollte beide Punkte zusammen anschauen.

Beispiel aus der Praxis: Eisen 7 auf eine Par-3-Bahn

Stellen Sie sich eine Par-3-Bahn mit 140 Metern vor. Sie nehmen das Eisen 7, das Sie sonst rund 140 Meter weit schlagen. Beim Probeschwung fühlt sich alles gut an. Im echten Schlag aber bremst der Körper im Treffmoment ab, der Führungsarm knickt ein, und der Schläger kommt von außen. Der Ball startet nach links und kurvt nach rechts. Er landet 15 Meter zu kurz und weit rechts vom Grün.

Das Ergebnis: Statt eines Putts auf dem Grün haben Sie einen Chip aus der Wiese. Aus dem möglichen Par wird schnell ein Bogey. Auf dem Video sieht ein Trainer, dass der Arm nach dem Treffmoment eingeklappt ist.

Nach einigen Übungseinheiten ändert sich das Bild. Sie halten den Körper im Durchschwung in Bewegung. Die Hüfte dreht bis zum Ziel, der Bauch zeigt im Finish zur Fahne. Der Arm folgt, weil Platz da ist. Der Ball startet gerader, fliegt weiter und landet häufiger auf dem Grün.

Übungen gegen den Chicken Wing

Diese Übungen lassen sich ohne großen Aufwand üben, zuerst ohne Ball, dann mit.

Wiederholen Sie jede Übung zehn Mal und filmen Sie sich. Erste Fortschritte spüren Sie oft schon nach wenigen Einheiten. Bis der neue Ablauf im Spiel hält, braucht es meist länger.

Abgrenzung: Chicken Wing, Early Extension und Over the Top

Der Chicken Wing steht oft in einer Reihe mit anderen Schwungfehlern. Er lässt sich aber klar abgrenzen.

Wer alle vier Begriffe kennt, versteht auch Trainerkommentare besser. Meist treten zwei oder drei Muster gemeinsam auf. Der Trainer löst sie dann in einer Reihenfolge, die zum Spieler passt.

Wann ein Trainer sinnvoll ist

Das Problem lässt sich oft mit Übungen verbessern. Wenn es nach mehreren Wochen bleibt, hilft ein Blick von außen. Ein Trainer sieht, ob die Ursache in der Beweglichkeit, im Griff oder in der Bewegung der Hüfte liegt, und wählt passende Übungen.

Hilfreich ist Video aus zwei Perspektiven, von hinten und von vorn. Zusätzlich bringen Messwerte, etwa der Schlägerpfad, Orientierung. Auch die Ausrichtung und der Griff werden geprüft, denn sie beeinflussen, wie der Schläger zum Ball kommt.

Geben Sie sich außerdem Zeit. Eine neue Bewegung braucht oft einige Wochen, bis sie sich im echten Spiel zeigt. Üben Sie deshalb in kleinen Einheiten und mit klarem Ziel, zum Beispiel: heute nur der Arm nach dem Treffmoment.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Ob ein Chicken Wing in Ihrem Schwung steckt, sehen Sie am besten auf dem Video. Die PGA-Trainer der Golf Lounge bieten Einzelstunden von 60 Minuten an, auf Wunsch mit Schwunganalyse über TrackMan-Daten und V1 Pro Videoanalyse. Für Einsteiger und Fortgeschrittene gibt es auch kurze Impulseinheiten. Die Termine buchen Sie online. Das Training findet ganzjährig auf der überdachten Range statt.

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Häufige Fragen

Was ist ein Chicken Wing im Golf?

Ein Chicken Wing ist ein Schwungfehler, bei dem der Führungsarm nach dem Treffmoment abknickt und der Ellbogen vom Körper wegzeigt. Er kostet Länge und führt häufig zu Slice oder Pull. Meist liegt die Ursache nicht im Arm, sondern in einer zu früh stoppenden Körperdrehung.

Wie behebt man den Chicken Wing?

Drehen Sie Hüfte und Oberkörper im Durchschwung bis zum Ziel durch. Hilfreich sind die Handtuch-Übung unter der Achsel, ein Split-Hands-Griff und langsame Schwünge mit gehaltenem Finish. Nehmen Sie sich auf Video auf und wiederholen Sie jede Übung zehn Mal. Bei Zweifeln hilft ein Trainer.

Warum schlage ich mit Chicken Wing einen Slice?

Wenn der Körper bremst und der Arm einknickt, bleibt die Schlagfläche meist offen zur Schwungbahn. Oft kommt der Schläger dabei zusätzlich von außen nach innen. Das erzeugt Seitendrall, und der Ball kurvt bei Rechtshändern nach rechts. Der Fehler vergrößert also einen vorhandenen Slice.

Ist ein Chicken Wing immer ein Fehler?

Nicht immer. Auch gute Spieler beugen den Führungsarm im Durchschwung, spätestens im Finish. Zum Problem wird es, wenn der Arm schon direkt nach dem Ballkontakt einklappt und den Schläger bremst. Dann sinkt die Schlägerkopfgeschwindigkeit, und der Ball startet unkontrolliert.

Stand: Oktober 2026

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