Lag & Release

Golf-Lexikon

Lag & Release

Kurz erklärt

Lag bezeichnet im Golfschwung den Winkel zwischen Führungsarm und Schlägerschaft, den Sie im Abschwung bis kurz vor dem Treffmoment halten. Der Release ist der Moment, in dem sich dieser Winkel um den Treffmoment herum öffnet und der Schlägerkopf den Ball erreicht. Zu früh geöffnet, heißt das Casting. Gut abgestimmt, bringt es Tempo und Treffsicherheit.

Lag und Release: Bedeutung einfach erklärt

Am höchsten Punkt des Rückschwungs bilden Arm und Schläger einen Winkel. Bei einem Rechtshänder ist das der linke Arm, an dem der Schaft wie ein Hebel hängt. Wenn Sie den Schwung nach unten beginnen, bleibt dieser Winkel zunächst bestehen. Der Schlägerkopf hängt hinter den Händen zurück. Golfer nennen das Lag, vom englischen Wort für Verzögerung.

Der Release ist der Gegenpart. Kurz vor dem Ball öffnet sich der Winkel, der Schläger streckt sich wieder und der Schlägerkopf schwingt an den Händen vorbei. Das Handgelenk entspannt sich, und der Kopf des Schlägers erreicht seine höchste Geschwindigkeit rund um den Treffmoment.

Beide Begriffe gehören also zusammen: Ohne Lag gibt es nichts, was zum richtigen Zeitpunkt freigesetzt werden kann. Ohne Release bliebe der Schlägerkopf hinter den Händen zurück, und die Schlagfläche würde den Ball oft offen treffen. Ein guter Schwung zeigt deshalb ein sauberes Zusammenspiel beider Phasen.

Wie Lag entsteht: die richtige Reihenfolge im Abschwung

Viele Golfer versuchen, den Winkel mit den Handgelenken aktiv festzuhalten. Das führt oft zu Verspannungen. Besser ist die richtige Reihenfolge der Bewegung.

Ein guter Abschwung beginnt unten: Zuerst bewegen sich Hüfte und Beine in Richtung Ziel, danach folgen Oberkörper, Arme und zuletzt der Schläger. Durch diese Reihenfolge bleibt der Schläger zunächst hinter den Händen. Der Winkel entsteht fast von selbst, weil die Körperdrehung die Arme mitnimmt und der Schläger der Bewegung folgt.

Die Hände dürfen dabei locker bleiben. Ein weicher Griff erleichtert den Lag. Wer mit viel Handdruck greift, bremst oft die natürliche Bewegung des Schlägers. Außerdem hilft ein ruhiger Wechsel am höchsten Punkt des Rückschwungs. Wer hier mit den Armen oder Schultern nach vorn stürzt, verliert den Winkel schon in den ersten Zentimetern des Abschwungs. Mehr zu diesem Fehler finden Sie beim Begriff Over the Top.

Casting: wenn der Release zu früh kommt

Casting bedeutet auf Deutsch ungefähr Auswerfen. Gemeint ist ein zu früher Release. Der Winkel zwischen Arm und Schaft öffnet sich schon im oberen Teil des Abschwungs, weit vor dem Ball. Der Schläger wird wie eine Angelrute nach vorn geworfen.

Die Folgen sind meist gut erkennbar:

Casting ist bei Einsteigern sehr häufig, weil der Instinkt sagt: Ich muss den Ball mit dem Schläger sofort schlagen. Der Körper soll den Schläger führen, und der Ball wird mitgenommen.

Beispiel aus der Praxis: ein Eisen 7 über 130 Meter

Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf einer Par-3-Bahn und möchten mit einem Eisen 7 130 Meter weit zur Fahne spielen. Ihr Rückschwung ist gut. Am höchsten Punkt stoßen Sie aber mit den Händen nach unten. Der Winkel zum Schaft öffnet sich auf halber Höhe. Der Schläger ist früh unten, kommt flach am Boden an und trifft zuerst die Grasnarbe. Der Ball fliegt nur 100 Meter und landet vor dem Grün.

Beim zweiten Versuch denken Sie an die Reihenfolge: Hüfte zuerst, die Hände bleiben locker und folgen. Der Schaft bleibt länger hinter den Händen. Erst kurz vor dem Ball öffnet er sich. Jetzt trifft der Schläger zuerst den Ball und danach den Boden. Der Ball fliegt 130 Meter und landet auf dem Grün.

Ein solches Beispiel zeigt, warum der Release sich in der Schlagweite bemerkbar macht. Der Unterschied liegt im Zeitpunkt des Release und kaum im Krafteinsatz.

Lag, Release, Flip und Handgelenk: die Abgrenzung

Rund um den Release werden Begriffe nicht einheitlich benutzt. Hier die gängige Einordnung.

Wichtig: Der Release ist kein einzelner Schlag mit den Händen, sondern das Ergebnis aus Körperdrehung und lockerem Griff. Er verläuft gleichmäßig und ohne Kraftspitze in den Handgelenken. Gleiches gilt für den Lag: Er entsteht aus der Bewegungsfolge und wird nicht erzwungen.

Typische Irrtümer rund um Lag und Release

Gerade bei Lag und Release halten sich einige Missverständnisse.

Ein Trainer kann am Video erkennen, wann im Abschwung der Winkel sich öffnet.

Tipps und Übungen für mehr Lag und einen besseren Release

Mit wenigen Übungen lässt sich das Gefühl für Lag und Release trainieren.

Üben Sie langsam. Tempo entsteht durch die Reihenfolge der Bewegung. Mehr Kraft braucht es dafür nicht.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Lag im Golfschwung?

Lag ist der Winkel zwischen Führungsarm und Schlägerschaft, den Sie im Abschwung bis kurz vor dem Treffmoment erhalten. Der Schlägerkopf hängt dabei hinter den Händen zurück und wird erst kurz vor dem Ball freigesetzt. Der Winkel entsteht aus der richtigen Reihenfolge der Bewegung: erst die Hüfte, dann Oberkörper, Arme und Schläger. Er sollte nicht mit Muskelkraft festgehalten werden.

Was ist der Release beim Golf?

Der Release ist das Öffnen des Winkels zwischen Arm und Schaft um den Treffmoment herum. Dabei schwingt der Schlägerkopf an den Händen vorbei und erreicht seine höchste Geschwindigkeit rund um den Treffmoment. Ein guter Release ist locker und gleichmäßig. Er entsteht aus der Körperdrehung und einem weichen Griff und nicht aus einem Ruck mit den Handgelenken.

Was ist Casting beim Golf?

Casting ist ein zu früher Release. Der Winkel zwischen Arm und Schaft öffnet sich schon im oberen Teil des Abschwungs, der Schläger wird wie eine Angelrute nach vorn geworfen. Typische Folgen sind fette oder getoppte Schläge, weniger Länge und mitunter eine offene Schlagfläche, die einen Slice begünstigen kann. Bei Einsteigern ist Casting sehr verbreitet.

Wie vermeide ich Casting?

Beginnen Sie den Abschwung mit der Hüfte und lassen Sie Arme und Schläger folgen. Halten Sie den Griff weich und vermeiden Sie ein Stoßen mit den Händen am höchsten Punkt. Übungen wie der Pump-Drill und viele Halbschwünge helfen. Eine Videoaufnahme von hinten zeigt, wann sich der Winkel öffnet. Ein Trainer kann dazu gezielte Hinweise geben.

Stand: Oktober 2026

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