Golf-Lexikon
DGV (Deutscher Golf Verband)
Kurz erklärt
Der DGV ist der Deutsche Golf Verband, der Dachverband des Golfsports in Deutschland. Ihm gehören Golfclubs und Betreiber von Golfanlagen an. Er vertritt den Sport, legt Standards für Deutschland fest und verantwortet unter anderem die DGV-Platzreife, den DGV-Ausweis und die Führung des Handicaps nach dem World Handicap System.
Was ist der DGV? Der Deutsche Golf Verband im Überblick
„DGV“ steht für Deutscher Golf Verband. Er ist ein eingetragener Verein und der Dachverband des Golfsports in Deutschland. Das bedeutet: Der DGV hat keine eigenen Golfplätze, sondern bündelt die Interessen derer, die Golf anbieten. Seine Mitglieder sind Golfclubs und Betreiber von Golfanlagen. Dazu kommen regionale Landesgolfverbände, die den Sport in den Bundesländern und Regionen begleiten.
Die Größe des Verbands zeigt sich an den Zahlen. Laut DGV gab es in Deutschland zuletzt rund 700.000 registrierte Mitgliedschaften auf Golfanlagen. Dem Verband gehören zuletzt rund 800 Golfclubs und Anlagenbetreiber an. Diese Zahlen ändern sich von Jahr zu Jahr, die Größenordnung bleibt aber ähnlich.
Wichtig für Einsteiger: Einzelne Golferinnen und Golfer treten dem DGV nicht direkt bei. Sie sind über einen Golfclub oder eine Golfanlage Teil des Systems. Wer zum Beispiel einen DGV-Ausweis besitzt, hat ihn über seine Mitgliedschaft in einem angeschlossenen Club oder bei einem Anlagenbetreiber erhalten. Der Verband ist also im Hintergrund aktiv, auch wenn Sie ihn auf dem Platz selten bemerken.
Geschichte: Gründung 1907 in Hamburg
Der Deutsche Golf Verband ist älter als viele Sportverbände. Er wurde am 26. Mai 1907 in Hamburg von den acht führenden Golfclubs des Landes gegründet. Damals ging es darum, den noch jungen Sport in Deutschland zu ordnen und gemeinsame Regeln zu vertreten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verband aufgelöst. Am 18. Oktober 1949 erfolgte bei einer Tagung in Bad Ems die Neugründung. Die Geschäftsstelle sitzt bereits seit den 1930er-Jahren in Wiesbaden. Seit 2009 hat sie ihre Adresse im Stadtteil Erbenheim.
Für Hamburg hat die Geschichte eine besondere Note: Die Hansestadt ist der Gründungsort des Verbands. Wer heute in Hamburg Golf lernt, bewegt sich also in einer Region, in der der organisierte deutsche Golfsport begann.
Aufgaben des DGV: Regeln, Handicap und Platzreife
Der DGV hat mehrere Aufgaben, die Golferinnen und Golfer direkt betreffen:
- Regeln: Die Golfregeln stammen vom R&A und von der USGA und werden in der Regel alle vier Jahre überarbeitet. Der DGV vermittelt sie in Deutschland, übersetzt und erklärt sie für Clubs und Spieler. Seit 2023 gilt die aktuelle Fassung.
- Handicap: Das World Handicap System gilt in Deutschland seit 2021. Die Führung des Handicaps übernimmt der DGV über die angeschlossenen Clubs und Anlagen.
- Platzreife: Der DGV legt mit der DGV-Platzreife einen bundesweit einheitlichen Prüfungsstandard fest. Jede Anlage nimmt die Prüfung selbst ab, aber alle richten sich nach demselben Standard.
- DGV-Ausweis: Er ist der einheitliche Nachweis der Mitgliedschaft und des Spielrechts bei einem angeschlossenen Club oder einer angeschlossenen Anlage.
- Sport und Wettbewerb: Der Verband fördert Breiten- und Leistungssport, organisiert nationale Meisterschaften und unterstützt das Golf Team Germany.
Dazu kommt eine Servicefunktion. Über das DGV-Serviceportal und das Portal golf.de erhalten Clubs Unterlagen, Regeln und Hilfen für den Alltag.
DGV-Platzreife und DGV-Ausweis: Was Einsteiger vom DGV haben
Für Einsteiger zeigt sich der DGV vor allem an zwei Stellen: bei der Platzreife und beim Ausweis.
Die DGV-Platzreife ist der Abschluss Ihrer ersten Golfausbildung. Sie besteht aus einer Theorieprüfung zu Regeln und Etikette und einem praktischen Teil auf dem Platz. Weil alle Anlagen denselben Standard verwenden, wird die Platzreife auf vielen Golfanlagen in Deutschland anerkannt, häufig auch im benachbarten Ausland. Eine Garantie für jede Anlage ist das nicht. Manche Plätze stellen zusätzliche Bedingungen, etwa ein bestimmtes Handicap.
Der DGV-Ausweis ist die Karte, mit der Sie nachweisen, dass Sie Mitglied bei einem Club oder einer Anlage im DGV sind. Auf dem Ausweis steht eine 15-stellige Nummer. Es gibt ihn als Plastikkarte und zusätzlich als digitale Version, die Sie über golf.de in der Smartphone-Wallet ablegen können. Einen eigenen Eintrag zum Ausweis finden Sie im Lexikon unter „DGV-Ausweis“.
Wer die DGV-Platzreife besteht und Mitglied in einem Club oder bei einer Anlage im DGV ist, erhält im World Handicap System in der Regel den Handicap-Index 54. Von dort aus verändert sich das Handicap über gespielte Runden, die für das Handicap zählen.
Beispiel aus der Praxis: Vom Einstieg bis zur ersten Runde auf fremdem Platz
Stellen Sie sich vor, Sie beginnen im Frühjahr mit Golf. Im Sommer legen Sie bei Ihrer Anlage die Platzreifeprüfung nach DGV-Standard ab. Die Anlage trägt Ihr Ergebnis ein. Nun möchten Sie im Urlaub auf einem Platz im Süden Deutschlands spielen.
Am Empfang fragt man Sie nach Ihrem Nachweis. Mit einer Platzreife allein reicht das nicht auf jeder Anlage. Viele Plätze verlangen zusätzlich einen DGV-Ausweis, der zeigt, dass Sie Mitglied bei einem Club oder einer Anlage sind und dass Ihr Handicap geführt wird. Hätten Sie vorher eine Mitgliedschaft abgeschlossen, zum Beispiel als Fernmitglied, könnten Sie den Ausweis vorzeigen und das Greenfee zahlen, also die Gebühr für eine Runde.
Das Beispiel zeigt, warum der DGV für Einsteiger wichtig ist. Er sorgt dafür, dass Platzreife, Ausweis und Handicap in ganz Deutschland vergleichbar sind. Sie müssen nicht bei jeder Anlage neu beweisen, was Sie können.
DGV, Landesgolfverband, Golfclub und PGA of Germany: die Abgrenzung
Rund um den DGV gibt es viele ähnliche Namen. Diese Übersicht hilft bei der Einordnung:
- DGV: der nationale Dachverband für Golfclubs und Anlagen in Deutschland.
- Landesgolfverband: der regionale Verband in einem Bundesland oder einer Region. Er gehört zur Verbandsstruktur und betreut den Sport vor Ort.
- Golfclub oder Golfanlage: der Ort, an dem Sie spielen und Mitglied sind. Ihr Club ist Mitglied im DGV, Sie selbst sind es über den Club.
- PGA of Germany: der Berufsverband der Golflehrer und Golfprofessionals. Er bildet Trainer aus und ist nicht dasselbe wie der DGV.
- R&A und USGA: die Organisationen, die die Golfregeln festlegen. Der DGV wendet sie in Deutschland an.
Auch die Abkürzung „PGA“ führt manchmal in die Irre. Die PGA Tour ist eine Turnierserie von Berufsspielern in den USA. Mit dem DGV hat sie nichts zu tun. Wenn Sie in Deutschland Golfunterricht suchen, begegnet Ihnen eher die PGA of Germany. Wenn es um Ausweis, Handicap und Platzreife geht, ist der DGV zuständig.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Die DGV-Platzreife können Sie in der Golf Lounge Resort Hamburg in Moorfleet ablegen. Der Kurs ist DGV-zertifiziert und nach DGV-Standard international anerkannt. Er umfasst in der Regel vier bis fünf Trainingseinheiten à zwei Stunden in kleinen Gruppen mit höchstens sechs Personen, begleitet von PGA-Trainern. Theorie und Praxis werden verzahnt. Die Prüfung wird jeden Samstag komplett vor Ort in Moorfleet abgenommen, die Prüfungsgebühr ist im Kurs enthalten.
Häufige Fragen
Was bedeutet DGV beim Golf?
DGV steht für Deutscher Golf Verband. Er ist der Dachverband des Golfsports in Deutschland. Ihm gehören Golfclubs und Betreiber von Golfanlagen an. Der DGV legt unter anderem den Standard für die Platzreife fest, stellt über die Clubs und Anlagen den DGV-Ausweis bereit und sorgt für die Führung des Handicaps nach dem World Handicap System.
Muss ich Mitglied im DGV sein, um Golf zu spielen?
Nein, nicht direkt. Einzelne Spielerinnen und Spieler sind über einen Golfclub oder eine Golfanlage Teil des Systems. Auf manchen öffentlichen Anlagen spielen Sie auch ohne Mitgliedschaft, brauchen dann aber meist die Platzreife. Für viele andere Plätze verlangt man zusätzlich einen DGV-Ausweis als Nachweis.
Wann wurde der Deutsche Golf Verband gegründet?
Der Deutsche Golf Verband wurde am 26. Mai 1907 in Hamburg von den acht führenden Golfclubs des Landes gegründet. Nach der Auflösung im Zweiten Weltkrieg erfolgte am 18. Oktober 1949 in Bad Ems die Neugründung. Die Geschäftsstelle befindet sich in Wiesbaden.
Wer vergibt das Handicap in Deutschland?
Das Handicap wird in Deutschland über den DGV geführt, und zwar nach dem World Handicap System, das hier seit 2021 gilt. In der Praxis erledigt das Ihr Club oder Ihre Anlage mit den Daten Ihrer gespielten Runden. Nachweisen können Sie den aktuellen Stand mit dem DGV-Ausweis, der auch digital verfügbar ist.
Was ist der Unterschied zwischen DGV und PGA of Germany?
Der DGV ist der Dachverband für Golfclubs und Golfanlagen und zuständig für Platzreife, Ausweis und Handicap. Die PGA of Germany ist der Berufsverband der Golflehrer. Sie bildet PGA Golfprofessionals aus. Beide arbeiten im deutschen Golf zusammen, haben aber unterschiedliche Aufgaben.
Stand: Oktober 2026