Golf-Lexikon
Ambrose
Kurz erklärt
Ambrose ist eine Teamspielform im Golf, die dem Scramble entspricht. Alle Spieler schlagen ab, das Team wählt den besten Ball, und alle spielen von dort weiter, bis der Ball im Loch liegt. Der Name steht vor allem in Australien und Neuseeland für ein Scramble mit Team-Vorgabe. Pro Loch zählt eine gemeinsame Schlagzahl.
Ambrose im Golf: Bedeutung einfach erklärt
Ambrose bezeichnet im Golf eine Spielform für Teams, die dem bekannten Scramble entspricht. Ein Team besteht aus zwei, drei oder vier Spielern. Auf jedem Loch schlagen alle Teammitglieder ab. Danach wählt das Team den besten Schlag aus. Alle Spieler legen ihren Ball an diese Stelle und schlagen von dort weiter. Das wiederholt sich Schlag für Schlag, bis der Ball im Loch liegt. Pro Loch zählt eine einzige Schlagzahl für das ganze Team.
Der Name Ambrose ist vor allem in Australien und Neuseeland üblich. Dort sind die Begriffe Ambrose und Scramble im Alltag fast austauschbar. In Deutschland ist meist vom Texas Scramble oder einfach vom Scramble die Rede. Ambrose taucht hier vor allem in Ausschreibungen für Spaß- und Firmenturniere auf, häufig mit dem Hinweis auf eine Team-Vorgabe.
Der Reiz der Spielform liegt auf der Hand. Schwächere Spieler können mit starken Spielern zusammenspielen, ohne den Spielfluss zu bremsen. Ein misslungener Schlag kostet das Team nichts, solange ein Teammitglied einen besseren Ball spielt. Deshalb ist Ambrose für Einsteiger und gemischte Gruppen eine beliebte Form.
So wird Ambrose gespielt: Ablauf Schritt für Schritt
Der Ablauf entspricht dem Scramble und lässt sich in wenigen Schritten beschreiben.
- Abschlag: Jeder Spieler des Teams schlägt vom Abschlag ab.
- Auswahl: Das Team entscheidet gemeinsam, welcher Ball der beste ist. Das muss nicht der längste sein. Entscheidend sind Lage, Winkel zum Grün und Hindernisse.
- Weiterspielen: Die Spieler nehmen ihre anderen Bälle auf. Jeder platziert seinen Ball innerhalb eines kleinen Bereichs neben der markierten Stelle des gewählten Balls. Wie groß dieser Bereich ist, legt die Ausschreibung fest. Üblich sind zum Beispiel eine Handbreite oder eine Schlägerlänge, jedoch nicht näher zum Loch.
- Wiederholung: Nach jedem Schlag wird erneut der beste Ball gewählt, bis ein Ball im Loch liegt.
- Eintrag: Das Team trägt eine gemeinsame Schlagzahl auf der Scorekarte ein.
Viele Ausschreibungen verlangen eine Mindestzahl an Abschlägen jedes Spielers, damit niemand nur zuschaut. Im Gelände, im Bunker oder auf dem Grün gelten sonst die normalen Golfregeln. Für Details lohnt der Blick in die Wettspielbedingungen, denn Veranstalter legen Hausregeln fest.
Team-Vorgabe beim Ambrose: Rechenbeispiel
Weil ein Team immer den besten Ball nutzt, spielt es deutlich besser als jeder Einzelne. Deshalb erhält ein Ambrose-Team nur einen kleinen Teil der Vorgaben seiner Spieler. In Australien und Neuseeland wird dafür traditionell die Summe der Spielvorgaben durch eine feste Zahl geteilt:
- 4 Spieler: Summe der Vorgaben geteilt durch 8
- 3 Spieler: Summe der Vorgaben geteilt durch 6
- 2 Spieler: Summe der Vorgaben geteilt durch 4
Beispiel mit vier Spielern und den Vorgaben 8, 15, 22 und 36. Die Summe ist 81. Geteilt durch 8 ergibt das 10,1. Das Team spielt mit einer Vorgabe von 10.
Das World Handicap System empfiehlt für Viererteams im Scramble eine andere Rechnung, nämlich 25, 20, 15 und 10 Prozent der Vorgaben von der niedrigsten bis zur höchsten. Mit denselben Werten ergibt das 11,9, also 12. Beide Verfahren liegen nah beieinander. In Deutschland entscheidet in jedem Fall die Ausschreibung, welche Rechnung gilt. Manche Turniere werten auch nur brutto und vergeben dann Sonderpreise. Für das persönliche Handicap zählt ein Ambrose nicht. Das World Handicap System erkennt nur Einzelformen und den Vierball an, bei denen jeder seinen eigenen Ball spielt.
Herkunft: Woher kommt der Name Ambrose?
Die Herkunft des Namens wird meist auf Richard Ambrose zurückgeführt. Er soll mit seiner Frau Mary aus Michigan (USA) nach Südaustralien gekommen sein und die Spielform in den 1960er-Jahren im Victor Harbor Golf Club eingeführt haben. Nach den gängigen Darstellungen hieß das Format dort zunächst „Shot Gun“. Die Mitglieder des Clubs sprachen jedoch bald nur noch vom Ambrose, und der Name setzte sich in Australien durch. Die Einzelheiten dieser Geschichte sind in den Quellen nicht ganz einheitlich beschrieben.
Sicher ist, dass die Bezeichnung heute vor allem in Australien und Neuseeland gebräuchlich ist. Das Spielprinzip selbst, bei dem ein Team immer vom besten Ball weiterspielt, ist älter und wird weltweit gespielt. In den USA heißt es Scramble, in Deutschland häufig Texas Scramble.
Für Sie als Spieler ist die Herkunft zweitrangig. Wichtig ist, dass hinter dem Namen Ambrose ein klares Prinzip steht: gemeinsam spielen, den besten Ball wählen und eine Team-Vorgabe berücksichtigen.
Abgrenzung: Ambrose, Scramble, Texas Scramble und Florida Scramble
Die Begriffe rund um das Scramble klingen ähnlich und werden unterschiedlich genutzt.
- Scramble: Oberbegriff für die Form, bei der ein Team immer vom besten Ball weiterspielt.
- Texas Scramble: Der in Deutschland übliche Name, oft mit einer Mindestzahl an Drives je Spieler.
- Ambrose: Der australische und neuseeländische Name, häufig verbunden mit einer Team-Vorgabe durch Teilen der Summe.
- Florida Scramble: Der Spieler, dessen Ball gewählt wurde, setzt beim nächsten Schlag aus.
- Shamble: Nur der Abschlag wird gewählt. Danach spielt jeder seinen eigenen Ball bis ins Loch.
Im Alltag sind die Unterschiede klein. Steht in einer Ausschreibung nur Ambrose oder nur Scramble, ist meist dasselbe Grundformat gemeint. Genau hinschauen sollten Sie bei den Details: Wie viele Drives pro Spieler sind Pflicht, wie wird die Vorgabe gerechnet, und wie groß ist der Bereich zum Platzieren des Balls?
Anders als beim Vierball-Bestball spielt beim Ambrose nicht jeder seinen eigenen Ball bis ins Loch. Das Team spielt immer einen gemeinsamen Ball weiter.
Tipps: So spielen Sie ein gutes Ambrose
Mit etwas Taktik holt ein Team mehr aus dem Format heraus.
- Lassen Sie den ersten Spieler sicher abschlagen. Danach können die anderen mehr Risiko gehen.
- Wählen Sie nicht automatisch den weitesten Ball. Ein Ball auf dem Fairway mit freiem Blick zum Grün ist oft besser als ein längerer im Rough.
- Setzen Sie den besten Putter zuletzt ein. Die ersten Putts liefern Informationen über Tempo und Break.
- Verteilen Sie die Rollen. Ein Spieler mit langem Spiel schlägt zuerst, ein sicherer Putter zuletzt.
- Beachten Sie die Mindestzahl an Drives, sofern die Ausschreibung eine verlangt. Planen Sie diese früh ein.
Für gemischte Teams mit Einsteigern passt das Format gut. Ein Training vorab, etwa ein Schnupperkurs, nimmt die Hemmung und gibt Sicherheit bei den ersten Schlägen.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Vor dem ersten Ambrose mit Freunden, mit dem Partner oder im Firmenteam ist der Schnupperkurs der Golf Lounge Resort Hamburg in Moorfleet ein guter Start. Sie trainieren 90 Minuten mit einem Trainer auf der überdachten TrackMan-Range, deshalb findet der Kurs bei jedem Wetter statt. Schläger und Bälle werden gestellt, Vorkenntnisse brauchen Sie nicht. Es gibt mehrere Termine pro Woche. Wenn Sie zu zweit kommen, melden Sie sich bitte einzeln an.
Häufige Fragen
Was ist Ambrose im Golf?
Ambrose ist eine Teamspielform, die dem Scramble entspricht. Alle Spieler schlagen ab, das Team wählt den besten Ball, und alle spielen von dort weiter, bis der Ball im Loch liegt. Pro Loch zählt eine gemeinsame Schlagzahl. Der Name ist vor allem in Australien und Neuseeland üblich und meint dort meist ein Scramble mit Team-Vorgabe.
Wie berechnet man das Handicap beim Ambrose?
In Australien wird traditionell die Summe der Spielvorgaben geteilt, bei vier Spielern durch 8, bei drei durch 6 und bei zwei durch 4. Das World Handicap System empfiehlt für Viererteams 25, 20, 15 und 10 Prozent der Vorgaben von der niedrigsten zur höchsten. Welche Rechnung gilt, steht in der Ausschreibung.
Was ist der Unterschied zwischen Ambrose und Texas Scramble?
Im Spielprinzip gibt es kaum einen Unterschied. Beide Namen stehen für ein Scramble. Ambrose ist die australische und neuseeländische Bezeichnung, oft mit Team-Vorgabe durch Teilen der Summe. Texas Scramble ist der in Deutschland übliche Name, oft mit einer Mindestzahl an Drives pro Spieler. Entscheidend ist immer die Ausschreibung.
Woher kommt der Name Ambrose?
Der Name wird meist auf Richard Ambrose zurückgeführt, der die Spielform in den 1960er-Jahren im Victor Harbor Golf Club in Südaustralien eingeführt haben soll. Die Einzelheiten sind in den Quellen nicht einheitlich beschrieben. Das Spielprinzip selbst ist älter und wird weltweit gespielt.
Zählt ein Ambrose für das Handicap?
Nein. Im World Handicap System sind nur Formate zulässig, bei denen jeder Spieler seinen eigenen Ball spielt, zum Beispiel Zählspiel, Stableford und Vierball. Beim Ambrose spielt das Team einen gemeinsamen Ball, deshalb zählt das Ergebnis nicht für das persönliche Handicap.
Stand: Oktober 2026