Golf-Lexikon
Clubhaus
Kurz erklärt
Das Clubhaus ist das zentrale Gebäude einer Golfanlage. Hier melden sich Golfer an, kaufen im Pro Shop ein, ziehen sich um, essen und treffen sich nach der Runde. Je nach Anlage gehören Sekretariat, Umkleiden, Gastronomie und Veranstaltungsräume dazu. Die Gastronomie im Clubhaus wird scherzhaft auch das 19. Loch genannt.
Was ist ein Clubhaus im Golf?
Das Clubhaus ist das Herz einer Golfanlage. Es ist meist das Gebäude, das Sie als Erstes betreten und als Letztes verlassen. Der Name stammt aus der Zeit, als Golf vor allem in Clubs gespielt wurde. Das Haus gehörte dem Club und diente seinen Mitgliedern als Treffpunkt. Heute gibt es Clubhäuser auch bei Anlagen mit Betreiber, und sie sind oft für Gäste geöffnet.
Wie groß und aufwendig ein Clubhaus ist, hängt stark von der Anlage ab. Manche sind historische Villen, andere moderne Funktionsgebäude. Auf kleinen Anlagen reicht manchmal ein Raum mit Tresen. Auf großen Anlagen gehören Restaurant, Terrasse, Umkleiden und Veranstaltungsräume dazu.
Für Einsteiger ist das Clubhaus der erste Anlaufpunkt. Hier klären Sie Startzeit, Platzreife-Nachweis und Greenfee, hier bekommen Sie Auskunft zu Platzregeln und Dresscode. Wer sich im Clubhaus gut zurechtfindet, fühlt sich auf der Anlage schneller zu Hause.
Was gehört zu einem Clubhaus?
Ein Clubhaus bündelt mehrere Funktionen. Typisch sind:
- Empfang oder Sekretariat: Hier melden Sie sich an, klären die Startzeit und zahlen das Greenfee. Der Empfang ist auch Ansprechstelle für Fragen und für den Nachweis, den manche Plätze von Gästen verlangen, etwa den DGV-Ausweis.
- Pro Shop: Hier gibt es Bälle, Handschuhe, Tees, Bekleidung und Schläger. Oft beraten die Mitarbeiter auch zur Ausrüstung.
- Umkleiden und Duschen: Hier ziehen Sie Golfschuhe an und können sich nach der Runde frisch machen. Oft gibt es abschließbare Schränke.
- Gastronomie: Restaurant, Café oder Bistro, häufig mit Terrasse zum Platz hin.
- Bag-Room oder Bag Drop: Ein Ort, an dem Sie Ihre Tasche abstellen. Ein Bag Drop ist die Abgabestelle direkt am Eingang.
- Büros und Veranstaltungsräume: Hier sitzt die Verwaltung, und es finden Turnierbesprechungen, Feiern und Seminare statt.
Nicht jede Anlage hat alle diese Bereiche. Auf kleinen Plätzen übernimmt oft eine Person mehrere Aufgaben.
Das 19. Loch: Warum die Gastronomie so heißt
Eine Golfrunde hat 18 Löcher, im Golf spricht man aber oft vom 19. Loch. Gemeint ist die Gastronomie im Clubhaus, also der Ort, an dem man nach der Runde zusammensitzt. Das Wort ist ein Scherz: Wer 18 Löcher gespielt hat, geht noch zu einem weiteren „Loch“, nämlich zur Bar oder zum Restaurant.
Der Begriff ist alt. Frühe Belege stammen aus britischen Veröffentlichungen aus den 1890er-Jahren. Bekannt wurde er durch das Buch „The Nineteenth Hole“ von William Gilbert Van Tassel Sutphen aus dem Jahr 1901.
Nahe liegt auch die Verbindung zum englischen „watering hole“, einer Wasserstelle und damit einem Ort zum Trinken und Plaudern. Im 19. Loch tauschen Golfer Eindrücke aus, besprechen Ergebnisse, feiern ein gutes Spiel oder trösten sich nach einer schwierigen Runde. In Clubs gehört der Besuch nach dem Turnier oft zur Tradition.
Auf Anlagen mit öffentlichem Restaurant ist das 19. Loch nicht nur Golfern vorbehalten. Dort kehren auch Besucher ein, die gar nicht gespielt haben. Ob das auf einer Anlage möglich ist, klärt am besten ein Blick auf die Website oder eine kurze Frage am Empfang.
Beispiel aus der Praxis: Ein Gästebesuch Schritt für Schritt
Stellen Sie sich vor, Sie haben online eine Startzeit um 10 Uhr gebucht. Sie kommen um 9.15 Uhr zur Anlage.
Sie betreten das Clubhaus und gehen zum Empfang. Dort nennen Sie Ihren Namen, zeigen Ihre Platzreife oder Ihren Ausweis, falls verlangt, und zahlen das Greenfee. Sie erhalten eine Scorekarte und vielleicht einen Platzplan.
Im Pro Shop kaufen Sie noch Bälle und Tees. In der Umkleide wechseln Sie die Schuhe. Danach stellen Sie Ihre Tasche an den Bag Drop oder laden den Trolley und gehen zur Range oder zum Putting-Grün, um sich einzuspielen. Zehn Minuten vor der Startzeit sind Sie am ersten Abschlag.
Nach der Runde geben Sie die Scorekarte ab, falls das nötig ist, und setzen sich ins Restaurant. Beim Essen besprechen Sie Ihre Löcher. So kennen Sie jetzt den gesamten Ablauf eines Besuchs.
Verhalten im Clubhaus: Etikette und Dresscode
Im Clubhaus gelten oft eigene Regeln, die sich von denen auf dem Platz unterscheiden. Sie unterscheiden sich von Anlage zu Anlage, deshalb lohnt der Blick auf die Website oder ein kurzer Anruf. Häufige Punkte sind:
- Schuhe: Golfschuhe mit Spikes sind in manchen Clubhäusern nicht erwünscht. Wechseln Sie die Schuhe in der Umkleide oder vor der Tür.
- Kopfbedeckung: In vielen Restaurants gilt, dass Mützen und Kappen drinnen abgenommen werden.
- Kleidung: Viele Clubs haben einen Dresscode, der meist ordentliche, sportliche Kleidung verlangt. Manche Anlagen sind bewusst locker.
- Handy: In manchen Bereichen ist das Telefonieren unerwünscht.
- Taschen und Schläger: Lassen Sie Ihre Tasche im Bag-Room oder am Bag Drop, nicht im Gastraum.
Für Gäste gilt wie auf dem Platz: Höflichkeit, Rücksicht und ein freundlicher Umgang mit dem Personal. Wer sich daran hält, ist in jedem Clubhaus willkommen.
Clubhaus, Halfway House und Pro Shop: die Abgrenzung
Ähnliche Begriffe sind leicht zu verwechseln:
- Clubhaus: das Hauptgebäude der Anlage mit Empfang, Gastronomie, Umkleiden und mehr.
- Halfway House: ein Verpflegungspunkt auf halber Strecke, meist nach neun Löchern. Dort gibt es Getränke und kleine Speisen für eine Pause auf der Runde.
- Pro Shop: das Geschäft für Golfbedarf, oft im Clubhaus untergebracht. Er wird manchmal von einem PGA Professional geführt.
- Sekretariat: das Büro für Verwaltung, Anmeldungen und Mitgliedersachen. Es befindet sich meist im Clubhaus.
- Starterhäuschen: der Platz am ersten Abschlag, an dem der Starter den Beginn der Runden regelt.
- Driving Range: die Übungsanlage zum Einspielen, oft in Sichtweite des Clubhauses.
Auf Anlagen mit mehreren Plätzen oder großen Übungsbereichen kann es mehrere Gebäude mit ähnlichen Funktionen geben. Folgen Sie in dem Fall den Hinweisschildern zum Empfang.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Die Golf Lounge Resort Hamburg in Moorfleet ist eine öffentliche Anlage, deren Angebote sich ohne Mitgliedschaft buchen lassen. Für Buchungen brauchen Sie einen Account auf golflounge.de. Der 9-Loch-Platz „Schwarz“ ist mit Platzreife (DGV) spielbar, der Dresscode auf den Plätzen ist locker. Tee-Times lassen sich online für ein bis vier Spieler buchen. Zum Einspielen gibt es unter anderem das Putting-Grün an der Elb-Lodge. Wer einen Kurs bucht, meldet sich am Kurstag zuerst am Counter und geht dann zum Treffpunkt-Tisch, wo der Trainer abholt.
Häufige Fragen
Was ist ein Clubhaus beim Golf?
Das Clubhaus ist das zentrale Gebäude einer Golfanlage. Dort melden sich Spieler an, kaufen im Pro Shop ein, ziehen sich um, essen und treffen sich nach der Runde. Je nach Anlage gehören Sekretariat, Umkleiden, Gastronomie und Veranstaltungsräume dazu. Viele Clubhäuser stehen auch Gästen offen.
Was bedeutet das 19. Loch im Golf?
Das 19. Loch ist ein scherzhafter Ausdruck für die Gastronomie im Clubhaus. Eine Runde hat 18 Löcher, danach folgt das gesellige Beisammensein bei Essen und Getränken. Der Begriff ist alt und wurde durch ein Buch von 1901 bekannt. Er beschreibt den Ort, an dem Golfer die Runde ausklingen lassen.
Darf ich als Gast ins Clubhaus?
Auf vielen Anlagen ja, besonders wenn Sie dort spielen oder essen möchten. Manche Clubs beschränken bestimmte Bereiche auf Mitglieder, etwa Umkleiden oder Clubräume. Fragen Sie vor dem Besuch kurz nach, welche Bereiche Gästen offenstehen und ob ein Dresscode gilt. Das Sekretariat nennt Ihnen die Bedingungen.
Was ziehe ich im Clubhaus an?
Das hängt von der Anlage ab. Viele Clubs verlangen ordentliche, sportliche Kleidung und wünschen keine Spikes oder Kappen im Gastraum. Andere Anlagen sind bewusst locker. Auf der Website steht meist der Dresscode. Im Zweifel wählen Sie gepflegte Kleidung und wechseln die Golfschuhe vor dem Eintreten.
Was ist der Unterschied zwischen Clubhaus und Halfway House?
Das Clubhaus ist das Hauptgebäude mit Empfang, Pro Shop, Umkleiden und Gastronomie. Das Halfway House liegt auf halber Strecke der Runde, meist nach neun Löchern. Dort bekommen Sie Getränke und kleine Speisen für eine Pause. Nicht jede Anlage hat ein Halfway House.
Stand: Oktober 2026