Golf-Lexikon
Caddie
Kurz erklärt
Ein Caddie ist eine Person, die einem Golfspieler während der Runde hilft. Meist trägt der Caddie das Golfbag und berät bei Schlägerwahl, Entfernung und Grünlesen. Das Wort Caddie oder Caddy bezeichnet im Deutschen umgangssprachlich auch den zweirädrigen Wagen, mit dem Golfer ihr Bag ziehen.
Caddie beim Golf: Bedeutung einfach erklärt
Ein Caddie begleitet einen Golfer über die Runde. Die klassische Aufgabe ist das Tragen der Schläger, in der Praxis ist der Caddie aber oft der wichtigste Berater. Er kennt den Platz, schätzt Entfernungen ein, achtet auf den Wind und hilft dabei, den richtigen Schläger zu wählen. Auf der Profitour gehört ein Caddie zum Team jedes Spielers.
Im Deutschen hat das Wort zwei Bedeutungen. Gemeint ist erstens die Person. Zweitens sagen viele Golfer „Caddy“ oder „Caddie“ zum zweirädrigen Wagen, mit dem sie ihr Bag über den Platz ziehen. Wörterbücher führen beide Bedeutungen. Wer im Internet nach „Caddy Golf“ sucht, meint daher manchmal den Wagen. In diesem Artikel geht es vorrangig um die Person. Für den Wagen gibt es den Begriff Trolley.
Die Schreibweisen „Caddie“ und „Caddy“ sind beide gebräuchlich. Im Englischen schreibt man meist „caddie“ für die Person, im Deutschen sind beide Formen üblich.
Die Aufgaben eines Caddies
Was ein Caddie tut, hängt vom Spielniveau ab. Bei Profis geht die Arbeit weit über das Tragen hinaus. Typische Aufgaben sind:
- Schläger und Bag tragen und stets den richtigen Schläger bereithalten.
- Entfernungen ermitteln, mit Entfernungsmesser oder Yardage Book, und auf Besonderheiten wie Wind und Höhenunterschiede hinweisen.
- Berater sein: Der Caddie schlägt Schläger und Spielweise vor. Die Entscheidung trifft der Spieler.
- Den Ball suchen und beim Grünlesen helfen.
- Die Fahne bedienen, Ballmarker setzen und den Ball reinigen.
- Bunker harken und Pitchmarken ausbessern.
- Für Ruhe sorgen und mentale Unterstützung geben.
Für Hobbyspieler ist der Caddie vor allem ein Gewinn beim Tempo und beim Platzmanagement. Wer bei jedem Schlag mit dem Caddie zusammen entscheidet, spielt oft vorsichtiger und macht weniger Fehler. Auf vielen deutschen Plätzen tragen Spieler ihr Bag allerdings selbst oder nutzen Trolley und Golfcart.
Was die Golfregeln dem Caddie erlauben
Die Golfregeln von R&A und USGA, gültig seit 2023, regeln die Rolle des Caddies in Regel 10.3. Ein Spieler darf einen Caddie haben, der seine Schläger trägt und ihn berät. Erlaubt ist ohne weitere Absprache zum Beispiel:
- Schläger tragen und Ratschläge vor dem Schlag geben.
- Nach dem Ball suchen.
- Bunker glätten und Schäden auf dem Grün ausbessern.
- Die Fahne bedienen oder entfernen.
- Auf dem Grün die Ballposition markieren, den Ball aufnehmen, reinigen und zurücklegen.
- Lose hinderliche Naturstoffe entfernen.
Nur mit Erlaubnis des Spielers darf der Caddie Bedingungen wiederherstellen, die sich verschlechtert haben, oder den Ball außerhalb des Grüns aufnehmen, wenn er zurückgelegt werden muss oder der Spieler Erleichterung nimmt. Für das Aufnehmen muss die Erlaubnis jedes Mal neu gegeben werden, eine Pauschalerlaubnis für die ganze Runde reicht nicht.
Nicht erlaubt ist, dass der Caddie in Ihrem Namen ein Loch oder einen Schlag erlässt, einen Ball droppt oder selbst über eine Erleichterung entscheidet. Diese Entscheidungen bleiben beim Spieler.
Grenzen und Verantwortung: Das müssen Sie beachten
Zwei Grundsätze begleiten das Thema Caddie.
- Ein Caddie zur Zeit: Ein Spieler darf nicht mehr als einen Caddie gleichzeitig haben. Der Caddie darf im Lauf der Runde wechseln, aber nicht, nur um einen weiteren Rat zu bekommen. Mehrere Spieler dürfen sich einen Caddie teilen.
- Verantwortung: Der Spieler haftet für das Handeln seines Caddies. Verstößt der Caddie gegen eine Regel, bekommt der Spieler die Strafe.
Eine Besonderheit betrifft die Position des Caddies (Regel 10.2b(4)). Sobald der Spieler beginnt, seinen Stand für den Schlag einzunehmen, darf der Caddie nicht absichtlich hinter dem Ball auf oder nahe an der verlängerten Spiellinie stehen. Schlägt der Spieler trotzdem, während der Caddie dort steht, gibt es die allgemeine Strafe von zwei Strafschlägen im Zählspiel, im Lochspiel den Verlust des Lochs. Der Hintergrund: Der Caddie soll dem Spieler nicht beim Ausrichten helfen.
Auch Entfernungsangaben sind kein Problem. Sie gelten nicht als Rat im Sinne der Regeln, sondern als öffentliche Information, die jeder erfragen darf.
Beispiel aus der Praxis: ein Par 3 mit Caddie
Ein Par-3-Loch ist 150 Meter lang. Die Fahne steht auf dem hinteren Teil des Grüns, etwa 12 Meter hinter dem Grünanfang. Es weht leichter Gegenwind.
Der Spieler schlägt auf dieser Länge normalerweise ein Eisen 7. Der Caddie bestimmt die Entfernung bis zur Fahne mit dem Entfernungsmesser, bei 150 Metern, und weist auf den Gegenwind hin. Sein Rat: ein Schläger mehr, also Eisen 6, und auf die Mitte des Grüns zielen, weil vor dem Grün ein Bunker liegt. Der Spieler folgt dem Rat, schlägt und trifft das Grün.
Anschließend geht der Caddie zum Grün, bedient die Fahne und markiert auf Wunsch den Ball. Der Spieler liest die Puttlinie, der Caddie ergänzt seine Beobachtung. Der Caddie hat dabei nur beraten und geholfen, die Entscheidungen blieben beim Spieler.
Ohne Caddie bleiben dem Spieler dieselben Aufgaben, er erledigt alles allein. Der Beispielablauf zeigt: Der Caddie spart Zeit und gibt Sicherheit, ersetzt aber nicht das Können.
Herkunft: Woher stammt das Wort Caddie?
Das Wort kommt aus Schottland. Es geht auf das französische „cadet“ zurück, das „jüngerer Sohn“ oder „Militärschüler“ bedeutet. Die Schotten übernahmen das Wort und schrieben es zum Beispiel „cadie“ oder „caddie“. Im 17. Jahrhundert bezeichnete es zunächst Kadetten, später im schottischen Englisch Gelegenheitsarbeiter und Laufburschen. Für Begleiter von Golfern ist die Bedeutung nach gängigen Wörterbüchern spätestens Mitte des 19. Jahrhunderts belegt.
Häufig wird erzählt, Maria Stuart habe das Wort geprägt. Die Königin der Schotten spielte im 16. Jahrhundert Golf und soll in Frankreich erlebt haben, wie junge Kadetten ihre Schläger trugen. Die Geschichte ist beliebt, gilt aber als Legende. Das Wort „caddie“ ist für diese Zeit nicht belegt, und die genaue Entwicklung ist unsicher.
Sicher ist nur: Helfer, die Schläger tragen und beraten, gehören seit langer Zeit zum Golf, besonders auf den schottischen Links.
Caddie, Trolley und Golfcart: die Abgrenzung
Drei Begriffe werden oft durcheinandergebracht.
- Caddie: eine Person, die den Spieler begleitet. Sie trägt, berät und unterstützt.
- Trolley: ein ziehbarer oder elektrischer Wagen für das Golfbag. Im Deutschen heißt er oft auch Caddy.
- Golfcart: ein kleines Elektrofahrzeug, auf dem Spieler und Bag über den Platz gefahren werden.
Welche Hilfe Sie nutzen, bestimmen Platz und Saison. Auf manchen Plätzen sind Trolleys im Winter verboten, damit der Rasen geschont wird. Ein Caddie im Sinne der Regeln muss kein Profi sein, auch ein Freund oder Familienmitglied darf das Bag tragen und beraten. Wer als Begleiter nur mitläuft und andere Dinge wie eine Jacke trägt, ist kein Caddie im Sinne der Regeln, solange er die Schläger nicht handhabt oder als Caddie benannt ist.
Als Einsteiger brauchen Sie keinen Caddie. Lernen Sie zuerst die Grundregeln und die Etikette. Das Bag selbst zu tragen oder mit dem Trolley zu ziehen, funktioniert auf Kurzplätzen und neun Löchern gut.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge können Sie mit DGV-Platzreife spielen und Ihr Bag selbst tragen oder ziehen. Für Trolleys gilt eine Saisonregel: Vom 1. November bis 31. März sind Trolleys auf den Plätzen nicht gestattet. Der Platz ist von April bis Dezember bespielbar, pro Buchung sind bis zu vier Spieler möglich. Von Mai bis Oktober findet samstags um 9 Uhr ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier statt.
Häufige Fragen
Was ist ein Caddie beim Golf?
Ein Caddie ist eine Person, die einen Golfer während der Runde begleitet. Er trägt das Bag, ermittelt Entfernungen, achtet auf Wind und berät bei der Schlägerwahl. Die Entscheidung über jeden Schlag trifft der Spieler. Auf der Profitour gehört ein Caddie zum festen Team, im Amateurgolf sind Caddies seltener.
Was bedeutet Caddy oder Caddie?
Das Wort stammt aus Schottland und geht auf das französische „cadet“ zurück, das „jüngerer Sohn“ oder „Kadett“ bedeutet. Im Golf meint es den Begleiter eines Spielers. Im Deutschen wird „Caddy“ umgangssprachlich auch für den zweirädrigen Wagen verwendet, mit dem das Golfbag gezogen wird. Beide Schreibweisen sind üblich.
Was darf ein Caddie nach den Golfregeln?
Nach Regel 10.3 darf ein Caddie Schläger tragen, vor dem Schlag beraten, den Ball suchen, Bunker glätten, die Fahne bedienen und den Ball auf dem Grün markieren und aufnehmen. Außerhalb des Grüns darf er den Ball nur mit Erlaubnis des Spielers aufnehmen. Löcher erlassen, droppen oder über Erleichterung entscheiden darf er nicht.
Darf ein Spieler mehrere Caddies haben?
Nein. Ein Spieler darf nicht mehr als einen Caddie gleichzeitig haben. Der Caddie darf im Lauf der Runde wechseln, aber nicht nur, um einen zusätzlichen Rat zu holen. Mehrere Spieler dürfen sich einen Caddie teilen. Für sein Handeln ist der Spieler verantwortlich und bekommt bei Regelverstößen die Strafe.
Brauche ich als Anfänger einen Caddie?
Nein. Einsteiger lernen zuerst Grundregeln, Etikette und das eigene Spiel. Das Bag tragen Sie selbst oder ziehen es mit einem Trolley, was auf Kurzplätzen und neun Löchern gut funktioniert. Ein Trainer ist für Technik und Strategie die bessere Anlaufstelle, ein Caddie hilft eher bei Platzkenntnis und Entscheidungen auf der Runde.
Stand: Oktober 2026